"Umweltschutz betrifft uns alle" - unter diesem Motto scheinen die Autoren das vorliegende Buch verfaßt zu haben. Obwohl wissenschaftlich fundiert, ist es in verständlicher Art geschrieben und somit für jeden Interessierten leicht lesbar. Durch zahlreiche Abbildungen und konkrete Beispiele unterstützt, erfolgt die Auseinandersetzung mit der Frage, wie viele Menschen die Erde "tragen" kann. Zu diesem Zweck wird der Begriff des "ökologischen Fußabdrucks" eingeführt. Dieser ist "ein Werkzeug, um unseren Naturverbrauch zu bilanzieren" und umfaßt jene biologisch produktive Fläche, die eine Gemeinschaft benötigt, um ihrer Versorgung dauerhaft zu sichern. Grundlage der Überlegungen ist dabei die nur auf den ersten Blick einfach erscheinende Gleichung: Bevölkerung x Pro-Kopf-Verbrauch - ökologischer Fußabdruck denn selbstverständlich enthält der Pro-Kopf-Verbrauch eine Unzahl von Parametern. Um bei der Berechnung nicht in einer Informationsflut zu ertrinken, wurden daher einige Vereinfachungen vorgenommen. Der ökologische Fußabdruck "unterschätzt (dadurch zwar) den tatsächlichen Flächenverbrauch des Menschen". aber als Modell, das die Aufgabe hat, die wesentlichen Merkmale der Wirklichkeit zu erfassen und dennoch einfach genug zu sein, um Entscheidungsfindungen zu unterstützen, genügt er den Ansprüchen vollauf. Zur Berechnung des ökologischen Fußabdrucks werden fünf, durch Handel z.T. überregionale. Konsumkategorien (Nahrung, Wohnen, Transport, Konsumgüter, Dienstleistungen), 8 Land- und Landnutzungskategorien (z. B. Ackerfläche, biologisch fast unproduktives Land etc.) sowie zwei Meereskategorien (hochproduktives und wenig produktives Meeresgebiet) herangezogen. Diese Kategorien können je nach erforderlicher Genauigkeit in weitere Unterkategorien gegliedert werden. Die Daten für die Berechnung stammen aus verschiedenen Quellen (vom Worldwatch Institute über Regierungsberichte bis hin zu Kochbüchern mit Tabellen der Lebensmittelnährwerte). Anhand der Ergebnisse kann z.B. abgeschätzt werden, ob die lokale Tragfähigkeit einer Region überschritten wird. Auch Vergleiche zwischen verschiedenen Gebieten sind möglich. So wurde etwa berechnet, daß jedem heutigen Erdenbürger 1,45 ha fruchtbares und 0,55 ha produktives Land zur Verfügung stünden. Der Durchschnittseuropäer benötigt aber 3 - 6 ha (was einer Fläche von 3 -12 Fußballfeldern entspricht'). Wenn alle Menschen so leben würden, wie jene der "Ersten Welt", brauchten wir also 2 - 4 Erden. Die Zukunftsstrategie liegt somit klar auf der Hand: Den ökologische Fußabdruck der Industriestaaten verringern (ökologischer Imperativ) und gleichzeitig die Lebensqualität aller gewährleisten (sozialökonomischer Imperativ). Dies ist natürlich leichter geschrieben als verwirklicht. Dennoch scheint es der einzig gangbare Weg zu sein. P. M.

Wackernagel, Mathis; Rees, William: Unser ökologischer Fußabdruck. Wie der Mensch Einfluß auf die Umwelt nimmt. Basel (u.a.): 1997. 200 S.