Die Professorin für Wissenschaftsgeschichte an der Universität Harvard Naomi Oreskes und der Technikhistoriker Erik M. Conway beschreiben in „Vom Ende der Welt. Chronik eines angekündigten Untergangs“ rückblickend aus dem Jahr 2100, wie die Menschheit durch die Klimakatastrophe an den Rand der Auslöschung geraten ist. Die zentrale Ursache sehen die beiden in der Verleugnung der Fakten sowie der Instrumentalisierung des Wissenschaftsbetriebs durch jene, die zu den Verlierern einer aktiven Klimaschutzpolitik gehörten. Das rechtzeitige Setzen der notwendigen Schritte sei somit trotz besseren Wissens verhindert wurde. „Das enorme Ausmaß ihres Wissens, gepaart mit ihrer Unfähigkeit, sich diesem Wissen entsprechend zu verhalten“, sei der eigentlich erschreckendste Aspekt an der Geschichte ihres Niedergangs“, konstatieren die Autoren, die sich als Wissenschaftler in Science-Fiction-Genre begeben haben, in Bezug auf die westliche Zivilisation. Mit anderen Worten: „Wissen war nicht gleichbedeutend mit Macht.“ (S. 12)

Hans Holzinger

Oreskes, Naomi ; Convay, Erik M.: Vom Ende der Welt. Chronik eines angekündigten Untergangs. München: oekom, 2015. 121 S. € 9,45 [D], 10,30 [A] ISBN 978-3-86851-747-1