Herkömmliche Managementstrategien und -methoden genügen nicht mehr für die Zukunftsorientierung von Firmen und Betrieben, gefordert sind Visionen. Trotz verschiedener Definitionen des Begriffs und Beschreibungen seiner Operationalisierung bleibt er meist unscharf und ambivalent. Deutliche Konturen verleiht ihm in jeder Hinsicht Peter Heitel. Er zeigt die Gefahr der "charismatischen Berufsvisionäre " auf, die Hierarchien undurchbrochen lassen bzw. neue schaffen. Er beschreibt Vision als einen Prozess, der mit der Selbstorganisation zu beginnen hat. Sie erschöpft sich nicht in individueller Selbstreflexion, sondern führt die gegenwärtigen und zukünftigen Bilder (konkret dargestellt durch Malerei, Pantomime etc.) die sich verschiedene Mitarbeiter von ihrem Betrieb machen, zusammen. Dieser Akt verdeutlicht die Standpunkte, motiviert zur Entscheidung, ein gemeinsames Bild zu kreieren, das mehr ist als der kleinste gemeinsame Nenner. Visionen sind damit offener als "strategische Ziele und dergleichen ,immanente' Zielvorstellungen". Gleichzeitig überschreiten Visionen, als sich immer erneuernder Prozess verstanden, die Systemgrenzen in Richtung alternativer Sinngebung, die die Reduzierung des Mitarbeiters auf seine Funktion in den Hintergrund stellt, um dagegen die Frage aufzuwerfen: "Wozu funktionieren wir eigentlich so gut?" Damit läuft Heitel nicht Gefahr, wie manch andere, mit der Vision selbst ein "positives Vorstellungsbild einer neuen Zukunft" (R. Mann) zu entwerfen, das in seiner praktischen Planung und Umsetzung durch die systeminhärenten Apparaturen, Methoden und Denkstrukturen wieder zunichte gemacht wird.

S.Sch.

Visionsmanagement. Erfolg als vorausgedachtes Ergebnis.

Hrsg. v. Ulrich Sollmann ... Zürich: Orell Füssli, 7993.229 S., DM 48,-/sFr44,20/öS 375