Bei anhaltender Trendentwicklung werden die vom Schweizer Bundesrat anvisierten Umwelt- und Verkehrsziele bei weitem verfehlt. Die für das Jahr 2000 erwarteten Verkehrsmengen sind bereits 1992 übertroffen worden. Die vorliegende, vom Schweizer Verkehrsclub (VCS) in Auftrag gegebene Studie sucht nach einer Neuorientierung, wobei mehrere mögliche Maßnahmen geprüft, die stufenweise Benzinpreiserhöhung auf 2 Franken bis zum Jahr 2000 (incl. C02-Abgabe) sowie flächendeckende Parkgebühren (auch für Privatabstellplätze) letztlich favorisiert werden. Die Abgaben für Inlandsschwerverkehr und insbesondere für Transit-LKWs sollen laut VCS ebenfalls stärker besteuert werden. Dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs wird übrigens nur geringe Wirkung bezüglich Reduzierung des Privatverkehrs zugeschrieben. Das Herzstück der Untersuchung liegt in einem sogenannten Bonussystem, demgemäß die aus der Benzinpreiserhöhung erwarteten 10 Mrd. Franken pro Jahr abzüglich Verwaltungskosten und eines Umweltbeitrages wieder an die Bürgerinnen und die Wirtschaft retourniert werden sollen. Dabei gewinnen die Wenigfahrer gegenüber den Vielfahrern, was nicht nur ökologische Vorteile bringt (das Umsteigen auf sparsamere Fahrweise und verbrauchsärmere Autos wird forciert), sondern zudem die soziale Umverteilung fördert da - laut vorhandenen Statistiken - der Benzinverbrauch parallel zum Einkommen steigt. Auslandstouristen sollen durch die Abschaffung der verwaltungsaufwendigen Autobahnmauten (Vignetten) für den höheren Benzinpreis "entschädigt" werden. Widerstand sei vor allem von der Auto- und Transportbranche, die mit wirtschaftlichen Einbußen zu rechnen hätten, sowie von der Wirtschaft generell, die zumindest" umlernen" müßte, zu erwarten, so die Autoren der Studie, eine Neuorientierung der Verkehrspolitik aber aufgrund der sich zuspitzenden Lage unumgänglich. H. H.

Meier, Ruedi: Umweltgerechte Verkehrsabgaben. Vorschläge für eine Neuorientierung. Zürich: Verl. Ruegger, 1993. 119 S., DM 23,10 / sFr. 19,60 / ÖS 180