Dem schmalen Band liegt eine interessante und verdienstvolle Fragestellung zugrunde: wie lässt sich einer der prominentesten theoretischen Ansätze der Gegenwart In seinem Zusammenhang mit einem zentralen Thema der öffentlichen Diskussion unserer Tage der Schuljugend vermitteln? Der Autor nimmt N. Luhmanns. Systemtheorie in ihrer Anwendung auf die Ökologiedebatte von den Möglichkeiten des Philosophieunterrichts in der gymnasialen Oberstufe her in den Blick. Er stellt dazu eine Unterrichtsreihe vor, die er selbst praktisch erprobt hat. Sechs Kapitel behandeln didaktische Legitimation, Grundrissplanung, Feinplanung, Durchführung, Auswertung und Reflexion. Die Einführung in Luhmanns Position stellt das 1986 erschienene Buch "Ökologische Kommunikation" in den Mittelpunkt. Menges verwendet viel Sorgfalt auf die Entwicklung einer adäquaten Begrifflichkeit. Dabei geht es ihm aber nicht um esoterisches Glasperlenspiel. Er insistiert immer wieder auf Erfahrungs- und Handlungsbezug: "Die Schüler werden effektiver für eine lebenswerte Umwelt eintreten können, wenn sie über Begriffe verfügen, die der Ausdifferenzierung der Gesellschaft unter Berücksichtigung der Problemstellungen der Neuen Technologien entsprechen. Eine solche Begrifflichkeit entwickelt die Systemtheorie Luhmannscher Prägung ... „

Pädagogisch Interessierte werden die einfühlsamen Schilderungen des konkreten Unterrichtsablaufes zu schätzen wissen. Als Lehrer beschönigt der Autor nichts. Als Philosoph vertritt er mit Nachdruck Luhmanns Sache. Das ist sein gutes Recht. Allerdings bleibt so der erhobene Anspruch auf eine kritische Würdigung der Systemtheorie Luhmanns auf der Strecke. K. M.

Menges, Reinhard: Systemwissenschaft im Unterricht. "Ökologische Kommunikation" als exemplarische Einführung. Essen: Westarp Wissenschaften, 1991. 145 S. (Kommunikationswissenschaften; 1) DM 24, - / sFr 20,30 / öS 187,20