commonsZwei Frauen mit großen Verdiensten um einen anderen Blick auf Ökonomie sollen hier anhand zweier Publikationen gewürdigt werden. Die Rede ist von Susanne Elsen, Proponentin einer Solidarischen Ökonomie, und Silke Helfreich, Mitinitiatorin der deutschen Bewegung für „Commons“. Beide haben sich zuletzt um die Herausgabe von Grundlagenwerken verdient gemacht. Nicht weniger als 20 Beiträge umfasst der von Susanne Elsen, Professorin an der Freien Universität Bozen, herausgegebene Band über Solidarische Ökonomie und die Gestaltung des Gemeinwesens. Sieben davon sind von Frauen verfasst. Neben theoretischen Einführungen sind insbesondere die vorgelegten Praxisbeispiele von Interesse.

Dies gilt auch für das von Silke Helfreich mit der Heinrich-Böll-Stiftung herausgegebene Grundlagenwerk „Commons“ mit insgesamt 80 Beiträgen. Vor- und zur Diskussion gestellt werden nationale und internationale Ansätze eines Wirtschaftens jenseits von Profitmaximierung. Landwirtschaftliche Commons-Projekte werden dabei ebenso beschrieben wie ein anderer Umgang mit Wissen, zivilgesellschaftliche Initiativen wie die Transitionbewegung oder Baugenossenschaften. Zudem findet man/frau grundsätzliche Beiträge etwa zu einem „gemeingütersensitiven Wettbewerbsrecht“ oder zu einer neuen „Stromallmende“. Das Buch ist übrigens auch selbst mit Commons-Lizenz ausgestattet und darf als digitale Version im Netz verbreitet und inhaltlich bearbeitet bzw. abgewandelt werden. Hans Holzinger 

 

Ökosoziale Transformation. Solidarische Ökonomie und die Gestaltung des Gemeinwesens. Hrsg. v. Susanne Elsen. Neu-Ulm: AG-Spak, 2011. 450 S., € 32,- [D], 33,- [A], sFr 45,-  ISBN 978-3-940865-19-9

Commons. Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat. Bielefeld: transcript, 2012. 526 S., € 24,80 [D], 25,50 [A], sFr 37,50 ISBN 978-3-8376-2036-8