An 30 Schauplätzen wurden 1992 größere bewaffnete Konflikte ausgetragen. Nur ein einziger, nämlich jener in Mosambik, wurde in diesem Jahr durch ein umfassendes Friedensabkommen beigelegt. Mit Ausnahme von Indien/Pakistan handelte es sich durchweg um innerstaatliche Auseinandersetzungen. Das renommierte Stockholmer Internationale Friedensforschungsinstitut (SIPRI) gibt jährlich umfassende Forschungsdaten zu den Bereichen Militärausgaben, Rüstungsproduktion und Waffenhandel, Weiterverbreitung von Waffen sowie Rüstungskontrolle heraus. Bei der vorliegenden Übersetzung handelt es sich um Auszüge aus dem 834 Seiten umfassenden SIPRI-Jahrbuch 1993. Neben den traditionellen Schwerpunkten sind dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion und den Institutionen der UNO sowie der KSZE eigene Kapitel gewidmet. Nach Einschätzung von SIPRI waren den UN-Bemühungen im Berichtszeitraum ebenso viele Enttäuschungen wie Erfolge beschieden. Zweischneidig sind auch die Angaben über die weltweiten Rüstungsausgaben, die 1992 erstmals um 15% zurückgingen. Dies lag aber in erster Linie an den GUS-Ländern, die Militärausgaben der NATO sind hingegen gestiegen. Der Gesamtanteil im Bereich Forschung   und Entwicklung legte seine "Unverwüstlichkeit" mit steigender Tendenz an den Tag. Das Volumen der Waffenverkäufe weltweit wiederum sank um 3% auf 178,8 Mia. Dollar im Jahr 1991. Die Hauptbedrohung für die globale Sicherheit nach dem Ende des Kalten Krieges ist für die Experten die Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen, insbesondere von Nuklearwaffen und ballistischen Raketen. Ein großes Risiko ist auch das Ausmaß an Unbeständigkeit und Unberechenbarkeit im Osten, die Schwäche Russlands im Inneren bildet dabei das größte Risiko. Adam D. Rotfeld, der Direktor von SIPRI, kommt zu dem Schluss, dass sich "die Zusammenhänge und Voraussetzungen für Entscheidungen über Rüstungskontrolle und Abrüstung ... dramatisch verändert haben". Es wird offenkundig, dass in der internationalen Gemeinschaft viele Funktionen und Methoden der Rüstungskontrolle ebenso wie die (Friedens)Einsätze der UN-Truppen einer gründlichen Überprüfung und Reform bedürfen.

A.A.

SIPRI-Report. Die Kriege der Welt. Das sowjetische Erbe. Die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen. Göttingen: Lamuv-Verlag 1993. 221 S., DM 28 / sFr 25,80 / öS 219