Insgesamt 13 Beiträge bieten ein differenziertes und zugleich von Kompetenz geprägtes Bild der ebenso vielschichtigen wie wichtigen Diskussion um Möglichkeiten und Grenzen der ökonomischen Selbstbestimmung, wobei dem spannungsreichen Verhältnis zur deutschen Gewerkschaftspolitik besonderes Augenmerk geschenkt wird. Ein historischer Rückblick auf gemeinsame Wurzeln autonomer Produktionsentwürfe von H.-J. Sperling eröffnet den Band, W. Beywel erörtert im folgenden Chancen produktionsgenossenschaftlichen Wirtschaftens im vereinten Deutschland und sieht insbesondere für die Gewerkschaften Chancen, die Erfahrungen alternativer Betriebsformen für die eigene Strategieentwicklung zu nutzen. Dem von Skepsis und vielfach nur vorsichtiger Sympathie geprägten Verhältnis zwischen Gewerkschaften und selbstbestimmten Betrieben widmen sich H. Bierbaum und R. Duhm. An konkreten Beispielen (Opel Hoppmann, Glashütte Süssmuth und Arbeiterhilfe Krebsmühle) legt G. Notz die Vielfalt autonomer betrieblicher Mitbestimmung dar und stellt in einem weiteren Beitrag nur geringfügige Berücksichtigung feministischer Forderungen heraus. Ähnlich kritisch fällt auch die Bilanz über den Einsatz der EDV In   8 diesem Bereich aus; anschaulich und engagiert schildert dagegen M. Kempe, "warum die .taz' noch keinen Betriebsrat hat". Den Abschluss des Bandes bilden fünf Beiträge, die internationale Erfahrungen und Tendenzen aus ausgewählten europäischen Staaten, aber auch aus Nicaragua und der UdSSR vorstellen, und der wohlwollenden Prüfung anempfehlen. In diesem Zusammenhang darzustellen wären auch die Bemühungen des DGB und der IGM gewesen, die auf Berücksichtigung basisdemokratischer Interessen durch das Modell der "Zukunftswerkstätte" abzielen. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Ansatz gerade hier gebührende Aufmerksamkeit und Unterstützung findet, und nicht der Skepsis kapitalorientierter Ideologie zum Opfer fällt. 

Selbstverwaltung in der Wirtschaft. Alte Illusion oder neue Hoffnung? Hrsg. v. Gisela Notz ... Köln: Bund-Verl., 1991. 323 5., DM 38,-1 sFr 32,20 I öS 296,40