Mit einer Arbeitslosenrate um ca. 5% liegt Österreich nach wie vor unter dem Durchschnitt der OECD-Staaten, doch ist auch hier das Gespenst der Zwei-Drittel Gesellschaft schon zum Thema der sozialpolitischen Debatte avanciert. Die gebremste Wirksamkeit zentraler politischer Maßnahmen hat dazu geführt, dass Versuche der offensiven Gegensteuerung von Sozialprojekten ausgehen, deren Bemühen von Seiten der offiziellen Arbeitsmarktverwaltung (AMV) mit Skepsis betrachtet werden. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich der einleitende Beitrag mit Initiativen im Bundesland Oberösterreich, die sich die Beratung, Ausbildung und Wiederbeschäftigung erwerbsloser Personen zum Ziel gesetzt haben: 91 Mitarbeiter aus 25 Einrichtungen geben einen soliden empirischen Rahmen ab, um Handlungsfelder, Organisationsformen (und -defizite!) und Interventionserfolg der Einrichtungen auszuleuchten. D. Hagspiel erörtert sozialpädagogische Aspekte der Alltagsarbeit mit Arbeitslosen; W. Knipp stellt die Frage der Bilanzierbarkeit sozialer Initiativen und macht unterschiedliche Zielvorstellungen von Projektbetreibern und AMV aus. Er kommt zu dem Schluss, dass die Diskussion aller Beteiligten Vorbehalte abbauen und zum Wohle der Betroffenen Entscheidendes beitragen könnte. Der Beitrag von M. Wilk gibt unter besonderer Berücksichtigung der Jahre 1980-1984 einen Überblick über die Geschichte der Arbeitsmarktpolitik in Österreich. Das 1968 verabschiedete zentrale legistische Instrumentarium der Arbeitsmarktförderung (AMFG) kennzeichnet der Verfasser als "Schönwettergesetz", das in mehreren Punkten dringend reformbedürftig sei. 

Arbeitsmarktpolitik in Österreich. Hrsg. v. Christine Stelzer-Oberhofer. Linz: Eigen-Verl., 1991. 218 S., (Gesellschafts- und sozialpolitische Texte; 9) ca. DM 19,-/ öS 150,-/ sFr 16,30