In den Jahren 1987 bis 1989 wurde in der Dortmunder „Nordstadt". einem Stadtteil mit etwa 55000 Einwohnern, das Projekt "Nordstadtbilder" durchgeführt. Dabei ging es darum, Stellenwert und Auswirkungen künstlerischer Arbeit im Rahmen von Stadterneuerungsprozessen zu erproben. Gleichzeitig sollten exemplarische Formen der Bürgerbeteiligung im Rahmen von Stadtplanung und Stadtentwicklung erprobt werden. Im Juni 1989 fand schließlich eine Tagung zur Evaluation des Projektes statt, die in der vorliegenden Broschüre dokumentiert ist.  Erfreulicherweise ging man dabei weit über einen bloßen Rechenschaftsbericht hinaus, beschäftigte sich auch mit grundlegenden Fragen der Urbanistik vor dem kulturellen Hintergrund unserer Zeit. So leitet etwa W. Welsch als Konsequenz des postmodernen Ansatzes ab, dass eine radikale Bejahung der Pluralität, dezentrale Bedarfsorientierung und Akzeptanz, ja Förderung selbstorganisierter Aktivitäten auch mit ihren Widersprüchlichkeiten Gebot der Stunde sind um Gegenprozesse gegen den allgegenwärtigen Konsum- und Vergnügungsdruck zu initiieren. Die Auswertung des Projekts "Nordstadt-Bilder" ergibt, dass durch die über 20 durchgeführten Aktionen die Ziele einer neuen Wahrnehmung des Stadtteils, Größerer lokaler Identifikation und daher höherer Bürgerbeteiligung (z.B. in der Bauleitplanung) wie überhaupt eine positive Imageveränderung des Stadtteils im Ansatz erreicht werden konnten. Zwei Berichte über andere einschlägige Projekte runden diese Dokumentation ab, die auf wenig Selten kompakte und kompetente Information zur These liefert: wer Stadterneuerung will, muss auf Kultur setzen. 

Nordstadtbilder. Hrsg. v. Kulturpolitische Gesellschaft Hagen. Red.: Ralf Ebert ... Hagen, 1990. 60 S., DM 10,-1 sFr 8,60 1 öS 78