Last but not least stellen wir ein  Sachbuch vor, dass unter der Devise „Energiewandel statt Klimawandel“ Möglichkeiten aufzeigt, wie ein Leben und Wirtschaften ohne fossile und nukleare Energieträger möglich sei.  Herbert Girardet und Miguel Mendonça vom World Future Council (www.worldfuturecouncil.org) schauen zurück in die Geschichte der Industrialisierung, erklären klimatische Vorgänge und ihre Auswirkung auf Natur und Landwirtschaft, stellen technologische Möglichkeiten vor und problematisieren aktuelle Lösungsansätze.

 

Zentrale Themen sind das Konzept der Energiesubsidiarität, der Weg zur Energiegerechtigkeit zwischen reichen und armen Ländern, die Notwendigkeit der Energiesuffizienz überall auf der Welt sowie die Entwicklung von umweltverträglichen Städten als eine der größten Herausforderungen der Menschheit im 21. Jahrhundert. Der Band beeindruckt aber auch durch den optimistischen Grundtenor, der nicht zuletzt den vielen konkreten Beispielen geschuldet ist. Umfangreiche Anmerkungen mit vielen Links ergänzen den positiven Eindruck.

 

Tiefer gehen, weiter denken

 

Deutlich wird einmal mehr, dass es schon viele Instrumente für einen anderen Umgang mit unserer Mitwelt gibt. Aber das reicht noch nicht und „das Gerede von einem Mangel an politischem Willen, das wir ständig zu hören bekommen, ist nur ein Ablenkungsmanöver“ (S. 297). „Aber wir wollen hier klar sagen: Das verlangt von uns nicht, die menschliche Natur zu verändern. Es gibt jede Menge Anzeichen dafür, dass die menschliche Natur, auch mit all ihrer Komplexität und Widersprüchlichkeit und ihrem Potenzial zur Grausamkeit, genau die Fähigkeiten besitzt, die notwendig sind, um die Wende zu schaffen.“ (S. 300) A. A.

 

Girardet, Herbert ; Mendonca, Miguel: Neue Energien freisetzen. Für eine ökologische und gerechte Welt. Zürich: Rotpunkt-Verl., 2010. 336 S., € 26,- [D], 26,70 [A], sFr 39,- ; ISBN 978-3-85869-430-0