Thema des Buches ist der Ursprung vielfältiger Kohlenstoffablagerungen, die wir in der Erdkruste finden. Bisher ging man davon aus, daß alle Kohlenwasserstoffverbindungen biologischen Ursprungs seien. Gold versucht nun nachzuweisen, daß es daneben auch solche Bildungen gegeben hat, die bei der Entstehung der Erde auftraten und von astrochemischen Prozessen beeinflußt wurden. Eines dieser Produkte ist Methan. Methan ist der leichteste und flüchtigste Kohlenwasserstoff und Hauptbestandteil von Erdgas. Erdöl setzt sich aus einer großen Anzahl von Kohlenwasserstoffmolekülen, aus unterschiedlichen Wasserstoff/Kohlenstoff-Verhältnissen mit einem großen Spektrum von Molekulargewichten zusammen.

Als potentielle Einstiegsquellen zur Nutzung dieser Ressourcen sieht Gold die Lecks in der Erdkruste nach Erdbeben oder Vulkanausbrüchen an. Um diese Energie auch unter normalen Bedingungen gewinnen zu können, hält er Bohrungen bis in eine Tiefe von 5 bis 10 km für wirtschaftlich und erfolgversprechend. Probebohrungen wurden bereits von einem schwedischen Team durchgeführt, auch Japaner und Russen waren bei ersten Versuchen bereits fündig. Wir können also optimistisch in die Energiezukunft des Methanzeitalters blicken. Zwar wird Öl weiterhin seine Bedeutung als Brennstoff für das Transportwesen behalten, aber "der stationäre Einsatz von Brennstoffen wird sich in vielen oder den meisten Teilen der Welt auf Erdgas verlegen".

Vom Standpunkt der Umweltbelastung aus sind ebenfalls entscheidende Vorteile zu erwarten, "da Gas bei weitem der zuträglichste aller Brennstoffe ist". Die Langzeitaussicht des Methan-Reservoirs mit heutigen Bohrtechniken beträgt nach Ansicht Golds 100 bis 500 Jahre. Bis wir alle Reservoire bis zu 10.000 Metern erschöpft haben, "können wir erwarten, daß völlig andere und kommerziell lebensfähige Energiequellen entdeckt sind".

Gold, Thomas: Das Jahrtausend des Methans. Die Energie der Zukunft - unerschöpflich, umweltfreundlich. Düsseldorf (u. a.): Econ, 1988.255 S. DM 39,80/ sfr 33,70/ ÖS 310,40