Zwei häufig anzutreffende, einander ausgrenzende Denkrichtungen - das Beharren auf der Eigengesetzlichkeit der Wirtschaft, in der ethische Prinzipien keinen Platz haben, auf der einen Seite, moralisierende Schuldzuweisungen an die Wirtschaft auf der anderen, hätten die Herausgeber - so betonen sie im Vorwort dazu bewogen, das anspruchsvolle Projekt eines Lexikons über Wirtschaft und Moral anzugehen. Nicht die Verordnung von Normenkatalogen sei das Ziel des umfangreichen Werkes, sondern die Anleitung und Mithilfe zu "rationalen Diskursen" über Ziele und Wege ethischen Wirtschaftens. Der Anspruch wird eingelöst durch über 200 prägnante Beiträge, verfaßt von Fachleuten aus Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, die unterschiedliche Standpunkte aus Theorie und Praxis zu den ausgewählten Problemstellungen referieren. Grundbegriffe wie Markt(wirtschaft), Arbeit(slosigkeit), Industrialisierung, Sozialpolitik oder Konsum(gesellschaft) werden ebenso abgehandelt wie Bürokratie, Macht, Leistung, Armut, Bedürfnisse oder Verantwortung. Neben Stichworten wie Unternehmensberatung, Vermögensbildung oder Schwarzmarkt findet man solche wie Alternative Ökonomie, Soziale Bewegungen, Demokratie oder Utopien. Alle Beiträge bieten Querverweise zu verwandten Themen sowie weiterführende Literaturangaben. Das Lexikon eignet sich nicht nur in vorzüglicher Weise als Nachschlagewerk zur Klärung einzelner Begriffe und deren Bedeutungen, sondern ebenso als Informationsquelle zum vertiefenden Querlesen. H. H.

Lexikon der Wirtschaftsethik. Hrsg. v. Georges Enderle ... Freiburg (u.a.): Herder, 1993. 1382 S., DM 158,- / sFr 134,-/ öS 1232,40