In der Agenda 21 von Rio (1992) wird den Kommunen" als Politik- und Verwaltungsebene, die den Bürgern am nächsten ist", eine besondere Rolle "bei der Informierung und Mobilisierung der Öffentlichkeit und ihrer Sensibilisierung für eine nachhaltige und umweltverträgliche Entwicklung" (Kapitel 28) zugeschrieben. NGOs wie die "Lokale Agenda 21", die etwa in den Niederlanden sehr aktiv ist, oder das Europäische Klimabündnis der Gemeinden setzen sich für die kommunale Umsetzung der globalen CO2-Reduktionsziele ein. In der vorliegenden, von mehreren Umweltinstituten in Gemeinschaftsarbeit erstellten Loseblattsammlung werden konkrete Vorschläge für Klimaschutzarbeit auf lokaler Ebene gegeben. Für österreichische Kommunen entwickelt, aber selbstverständlich darüber hinaus einsetzbar, informieren diese Bausteine detailliert über die Möglichkeiten der Gemeinden in den Handlungsfeldern Treibhausgas-Emissionsbilanzierung, Energie, Verkehr, Entsorgung, Landwirtschaft und Beschaffung. Zusammengefaßt nach Maßnahmenbündeln und veranschaulicht durch Beispiele erhalten Entscheidungsträger wie Umweltschutzgruppen eine Vielzahl von Anregungen. Lediglich die Bereiche Landwirtschaft und Entsorgung sind etwas knapp geraten. Im Übrigen wird es die Aufgabe der Anwendet 'sein - der Leitfaden wurde an alle Gemeinden Österreichs kostenlos abgegeben - aus der Überfülle der Ideen die für die eigene lokale Situation sinnvollsten und effizientesten Maßnahmen auszuwählen. Mit den „7 Schritten zum Erfolg“ - Probleme erkennen, Ziele festlegen, Rahmen und Erfolg definieren, Ist- und Soli-Zustand vergleichen, mögliche Maßnahmen auflisten, Bewertung und Auswahl der Maßnahmen, Umsetzung sicherstellen - sowie einer "Checkliste" zur Erhebung des ökologischen Ist-Zustandes in der Gemeinde soll dies sehr zahlreich gelingen. Mit Nachdruck verweisen die Autorinnen auf den "Mehrfachnutzen" von Klimamaßnahmen, die über den lokalen Beitrag zur CO2-Reduktion hinaus in der Regel auch zu mehr Lebensqualität und langfristigen Kosteneinsparungen führen. Der Leitfaden, nicht zuletzt ein Erfolg der Umweltbewegung, macht deutlich, daß Umweltschutz et-  was sehr Praktisches ist und sehr wohl auf lokaler Ebene ansetzen kann, auch wenn darüber hinaus die notwendigen Umsteuerungen auf nationaler wie supranationaler Ebene (insbesondere durch die angemessene Besteuerung des Naturverbrauchs) nicht aus dem Auge verloren werden darf. H. H.

Leitfaden Klimaschutz auf kommunaler Ebene. Hrsg. v. Bundesministerium für Umwelt. Projektleitung: Elmar Bertsch, Wien: Österreichisches Ökologie-Institut, 1995