Das Institut Wirtschaft und Kultur (IWK) der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Witten/Herdecke führte im Wintersemester 1993/94 ein Seminar "Marketing für Kultureinrichtungen" durch, in dem vielerlei Vorurteile und Berührungsängste zwischen den bei den Bereichen sichtbar wurden. Aus dieser Situation entstand dieses Buch, das Brücken zwischen der Betriebswirtschaftslehre und dem künstlerischen Anspruch von Kultureinrichtungen schlagen und dabei zwei häufige Fehler vermeiden will: sowohl den untauglichen Versuch, allgemeine Marketingkonzepte einfach auf Kultureinrichtungen zu übertragen, als auch rezeptbuchartige Empfehlungen zu geben.

Die Darstellung wird vom Allgemeinen zum Speziellen entwickelt und ist in drei Abschnitte gegliedert. Der erste Teil enthält konzeptionelle Überlegungen und beschreibt in zwei Beiträgen verschiedene Marketingansätze sowie Besonderheiten des Dienstleistungsmarketings. Im zweiten Teil sind eher handlungsorientierte Aufsätze zusammengefaßt: Marketing am Fallbeispiel Museum, beim Problem der Mittelbeschaffung (FundRaising) und als operatives Konzept für Kultureinrichtungen. Der dritte, mit sieben Beiträgen umfangreichste Teil enthält konkrete Fallstudien aus den Kultursparten Theater, Bibliothek, soziokulturelle Einrichtungen, Orchester, Universitäten und Künstlervermittlung als Anregung zur Reflexion der eigenen Praxis und zur Formulierung eigener Strategien.

Das Buch vereint in glücklicher Weise Theorie und Praxis durch seine Kooperation von Autoren aus der Wirtschafts wissenschaft und aus der Kulturarbeit und liefert in Zeiten der leeren öffentlichen Hände, die vielerorts zunächst an der als" nicht wesentlich" gewerteten Kultur sparen, wichtige Beiträge, wie Kultur unter den Bedingungen der Marktwirtschaft überleben kann.

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KulturMarketing. Den Dialog zwischen Kultur und Öffentlichkeit gestalten. Hrsg. v. Wolfgang Benkert ... Stuttgart: Raabe, 1995. 220S., DM/sFr 78,-1 öS608,50