
In „Kann KI die Natur retten?“ präsentieren die Autorinnen Frauke Fischer und Hilke Oberhansberg eine Analyse dessen, wo wir herkommen und wohin wir uns auf biologischer wie auch technischer Ebene entwickeln. Dabei gehen sie in leicht verständlicher Weise auf Konzepte wie Evolution oder Intelligenz ein und beschreiben, wie wir diese im Bereich der Biologie, aber auch der Technik reflektieren müssen. Das Resultat ist ein Buch, das in unkomplizierter und einladender Form die Potenziale von Künstlicher Intelligenz beim Naturschutz aufzeigt, dabei aber auch auf Probleme aufmerksam macht, die man nicht aus den Augen verlieren darf. Nach ihrer Einführung in die Thematik liefern Fischer und Oberhansberg zunächst Positivbeispiele, wie eine Verbindung von Technik und Naturschutz möglich ist. Dabei machen sie klar, dass keine Technologie, sei es nun KI, Gentechnik oder etwas anderes, uns die Aufgabe des Naturschutzes abnehmen kann. Die von uns verursachten Schäden sind in Ökosysteme eingebettet, deren Komplexität es unmöglich macht, allein durch technische Lösungen kurzfristige Linderung zu erreichen. Dies erfordert schlicht Zeit, aber genau diese Zeit können wir durch Maßnahmen gewinnen, wo uns Technologie unterstützen kann. Konkret können uns Technologien wie Künstliche Intelligenz bei folgenden Prinzipien unterstützen: Sie können uns helfen, Daten über die Ökosysteme, die wir beeinflussen, zu sammeln. Sie können die Arbeit des Beobachtens eben dieser Ökosysteme erleichtern und dabei helfen, diese zu managen. Schließlich können KI-Systeme noch hilfreich sein, wenn es darum geht, Menschen von Naturschutzmaßnahmen zu überzeugen und Informationen zu betreffenden Bereichen und Projekten zu verbreiten.
Bei all diesen Anwendungen kann KI für höhere Effizienz, Schnelligkeit und Skalierbarkeit sorgen; es bleibt aber an uns ob und wie das passiert. Bei der Frage, ob, müssen wir uns der Debatte stellen, in welchen Fällen der Einsatz von KI dem Naturschutz tatsächlich zu Gute kommt. Man steht nach Fischer & Oberhansberg hier in der Verantwortung gegenzurechnen, ob der Gewinn durch die Anwendung von KI dem Ressourcenverbrauch entspricht. Bei der Frage wie, kommt es darauf an, welche Daten wir KI zur Verfügung stellen. Haben wir hier Agenden, werden diese unsere Modelle beeinflussen. Wollen wir also, das KI im Naturschutz intelligent agiert, dann müssen zunächst wir Menschen intelligent handeln.








