Untersuchungen haben gezeigt, daß nur etwa 14% der Führungspositionen im Management von Frauen besetzt sind und daß die Zahl mit der Höhe der Organisationshierarchie abnimmt. Als Hauptargument gegen eine Beschäftigung von Frauen in Führungspositionen wird die Möglichkeit einer Schwangerschaft angeführt, obwohl nachgewiesen ist, daß die Fluktuation von Managern die der Managerinnen bei weitem übersteigt. Monika Veith sucht in ihrem Buch, das die überarbeitete Fassung einer Dissertation ist, nach möglichen Erklärungen für die Unterrepräsentanz. Einerseits schließen sich Frauen durch internalisierte Rollenzuschreibungen selbst aus, indem sie den Managementberuf nicht anstreben. Andererseits gibt es für sie Eintrittsbarrieren und Diskriminierungsmechanismen, wenn sie Führungspositionen wollen, da sich in den Organisationen die patriarchalischen Gesellschaftsstrukturen reproduzieren. Die von Führungskräften erwarteten Eigenschaften (Durchsetzungsfähigkeit, Ausdauer etc.) entsprechen alle den stereotypen Rollenzuschreibungen von Männlichkeit. Frauen in Managerpositionen müssen erst beweisen, daß sie etwas können, bevor ihnen Erfolg zugebilligt wird, wobei ihre Macht auch in gleichen Positionen geringer ist als die der männlichen Kollegen. In einem theoretischen Teil wird die Kategorie "Geschlecht" in die Organisationsforschung eingeführt und die „Männerdomäne Management“ beschrieben. Im empirischen Abschnitt analysiert sie ein als Teilnehmerin und Beobachterin absolviertes Seminar für Managerinnen. Abschließend fügt sie Überlegungen für Konsequenzen aus den Erkenntnissen an, zu denen etwa die Schaffung von Frauenförderungsplänen und Quotenregelungen oder die Organisierung von Frauen in Frauennetzwerken nach dem Beispiel des "European Women's Management Development Network" zählen. Es soll erreicht werden, daß sich Frauen in Führungspositionen längerfristig nicht mehr ständig an die männlichen Spielregeln anpassen, sondern diese selbst beeinflussen. Das außerordentlich interessante Thema wird in der vorliegenden Arbeit allerdings nicht ganz den Erwartungen entsprechend ausgeführt: Die Überlegungen zu geschlechtsspezifischer Sozialisation und Berufswelt sind zu allgemein und darüber hinaus bekannt, was im Wesentlichen auch auf die empirische Analyse zutrifft. Zudem wird die Rolle des Managements in der Arbeitswelt an keiner Stelle kritisch reflektiert.

Veith, Monika: Frauenkarriere im Management. Einstiegsbarrieren und Diskriminierungsmechanismen. Frankfurt: Campus, 1988. 228 S. (Campus Forschung; 586)