Das Internet - ursprünglich eine militärische Einrichtung - hat in kürzester Zeit die (Computer-)Welt erobert und Millionen von Menschen kommunizieren, publizieren, verkaufen und surfen im Cyberspace. Alles findet sich darin und alle, die sich einen Computer und die Provider-Gebühr leisten können, haben Zugang zur virtuellen Realität. Immer wieder verlangen Gruppierungen eine strenge Internet-Polizei, die Angebote und Diskussionen kontrollieren sollte. Staatliche Kontrollen des Internets lehnen die Autoren rigoros ab, die absolute Freiheit des Internets soll gewahrt werden, meinen Gerard Van der Leun (Cyberspace-Redakteur von Penthouse, Unternehmensberater auf dem Weg ins Internet und Autor in Sachen Netzkultur) und Thomas Mandel (war Trendforscher und Management-Berater, Zukunftsforscher und Publizist). Auch wenn die Kommunikation per Maschine läuft, und die meisten der Internet-Userlnnen sich nicht persönlich begegnen, gibt es auch im Internet Mißverständnisse und Beleidigungen, Ausrutscher und Ärgernisse. In diesem Cyber-Knigge erhalten die Leserinnen Tipps und Hinweise, wie man/frau sich verhalten soll, um in der Welt des Internet akzeptiertes Mitglied zu sein. In einer Aphorismensammlung liest man eine kurze Internet-Geschichte, Tipps zum Umgang mit Email und Newgroups und auch eine Netzlypologie: Die User werden eingeteilt in ”kooks" und ”Schwafler", ”Newbies" und "Litaneien Prediger", ”Netznetties" und ”Cyberpunks" und sogar ”Netzgötter". die es schon vor der Erschaffung der Cyberwelt gab. Stellenweise amüsant und teilweise informativ werden die Tipps gegeben. Man/frau muß sich aber schon durch das ganze Buchplurken", um an die Informationen zu kommen - insgesamt eine gute Einführung in die Unübersichtlichkeit des Internets. Für Einsteigerinnen ist wohl zu mühsam, für ”freaks" aber sicherlich bald ein Kultbuch. S. A.

Mandel, Thomas; Van der Leun, Gerard: Die zwölf Gebote des Cyberspace. Der kleine Netz-Knigge. Mannheim: Bollmann-Verl., 1997. 268 s. DM 29,80 / sFr 28,40/ öS 218