Die Zeit tritt uns in der Geschichte in vielfältiger Form entgegen. Diese Untersuchung will ein Verständnis der Geistesgeschichte ermöglichen. Dux geht es dabei darum, die Entwicklungslogik der Zeit aus einer Entwicklungslogik der Geschichte verständlich zu machen. Diese Strukturen sollen anhand unterschiedlicher Texte offengelegt werden.  Erörtert wird das Zeitverständnis anhand des Gilgamesch-Epos, des Tao te King oder der Confessiones des Augustinus. Es geht jeweils um die Frage, weshalb sich die Zeit gerade in dieser oder jener Form entwickelt hat und zum Ausdruck gebracht wurde. Beispielsweise kennen einfache Gesellschaften kaum eine Zukunft, obwohl auch bei ihnen Geburt, Heirat, Ernte oder Tod auf künftige Ereignisse gerichtet sind. Erwähnenswert sind weiters Überlegungen zur grammatischen Form der vergangenen Zukunft um Geschehnisse auszudrücken, die künftig eintreten, aber schon als vorliegend gedacht werden. Ein kulturgeschichtlicher Vergleich schließt diesen interessanten, aber auch anspruchsvollen Band ab. Zur Entwicklung des Zeitverständnisses vgl. PZ 4/89*390. 

Dux, Günter: Die Zeit in der Geschichte. Ihre Entwicklungslogik vom Mythos zur Weltzeit. Mit kulturvergleichenden Untersuchungen in' Brasilien, Indien und Deutschland. Frankfurt: Suhrkamp, 1989. 483 S., DM 64,- / sFr 54,30 / öS 500