Die Überfülle an Nahrungsmitteln zahlen wir mit einer zunehmenden Zerstörung von Natur und Umwelt. Für die Produktion von Überschüssen werden viele Milliarden vergeudet. Demgegenüber schwebt Priebe eine mit den technischen Mitteln unserer Zeit zu entwickelnde neue Agrarkultur vor. Nach einer Rückschau auf die Entwicklung der Landwirtschaft werden die Folgen der Fehlentscheidungen in der Agrarpolitik sowie die Auswirkungen intensiven Wirtschaftens eindrücklich vor Augen geführt. Zögernd einsetzende Veränderungen sieht der Verfasser lediglich als Krisenmanagement und fordert dagegen die Verbindung von Agrarproduktion und Umweltgestaltung. Notwendig ist eine "konsequente Umorientierung der Agrarpolitik auf die Erfordernisse der Sozialstruktur ländlicher Räume, der Umwelt und unseres Naturhaushaltes" . Wirtschaftliche, ökologische und soziale Leistungen müssten örtlich integriert erbracht werden. Gefordert wird eine kombinierte Einkommenspolitik, die der Landwirtschaft ihre wirtschaftliche und ökologische Wertschöpfung vergütet. Darüber hinaus werden noch eine Reihe weiterer Punkte für ein neues Agrarprogramm präsentiert und Möglichkeiten einer alternativen EG-Agrarpolitik ausgelotet.

Priebe, Hermann: Die subventionierte Naturzerstörung. Plädoyer für eine neue Agrarkultur. München: Goldmann, 1990. 158 S., DM 12,80 / sFr 10,90 / öS  99,80