Das US-Forschungsinstitut „World watch" ruft in der Studie „Nachdenken über die Rolle des Automobils" dazu auf, das „Liebesverhältnis mit dem Auto" zu beenden. Der Studie zufolge gibt es derzeit 400 Millionen Autos (fünfmal soviel wie vor 30 Jahren). In den USA sterben jährlich 30.000 Menschen im Autoverkehr. Dazu kommen die von den Autos verursachten Gesundheits- und Umweltprobleme. Für die dritte Welt sei eine auf das Auto konzentrierte Transportpolitik völlig falsch. Dadurch würden öffentliche Verkehrsmittel und nicht motorbetriebene Fortbewegungsmittel vernachlässigt. Die Industrieländer sollten eine „Umweltsteuer" für Privatautos einführen und ein gemischtes Transportsystem mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Autos und Fahrrädern fördern.

Wie trostlos die Lage ist, zeigen die Rekordstaus dieses Sommers. Der Reiseverkehr auf den Straßen und in der Luft wird inzwischen mit Begriffen wie Kollaps oder Infarkt (Totalausfall eines lebenserhaltenden Systems) beschrieben. Trotz des längsten Parkplatzes in Österreich, der Tauernautobahn, hat die Bahn noch immer Kapazitäten frei. Der Bahn wird ein entscheidender ökologischer Vorteil gegenüber den konkurrierenden Verkehrsmitteln bestätigt. Sie muß aber wesentlich mehr für ihre Kunden tun als bisher, um das Verkehrs verhalten von Auto- und Flugzeugbenutzern nachhaltig zu verändern.

Was dabei im Einzelnen zu geschehen hätte, beschreibt der Artikel: Hartmann, Frauke: Reisen mit Knitterfalte. Die Eisenbahn ist die ökologische Alternative. Aber sie muß mehr für ihre Kunden tun. In: Die Zeit. 1988, Nr.28, S. 9-10

Das Liebesverhältnis zum Auto wird der Erde zum Verhängnis. Worldwatch-Institut warnt vor Gefahren für Wirtschaft, Umwelt und Gesundheit. In: Frankfurter Rundschau. 1988, 21.6., S. 3