Ein vom deutschen Öko-Institut und vom Verkehrsclub Deutschland beauftragtes Autorenteam sammelte erstmals Belege dafür, daß eine ökologischere Verkehrspolitik in Deutschland die Arbeitslosigkeit nicht etwa erhöhen, sondern sogar neue Arbeitsplätze schaffen würde.

In der Studie werden zwei Szenarien, nämlich der aktuelle Trend und eine ökologischere Variante auf das Jahr 2010 hin miteinander verglichen. Auch beim umweltfreundlicheren Szenario dominiert noch das Auto mit 42% aller Wege (gegenüber 52% beim Szenario Trend). Der Unterschied zwischen den Szenarien beträgt z.B. drei Auto-Wege pro Woche beziehungsweise acht Bahnfahrten pro Jahr und Person. 30% mehr Bahn-, Bus- oder Fahrradfahrten bewirken aber 338.000 neue Arbeitsplätze im Verkehrssektor und in der Bauindustrie. 180.000 Arbeitsplätze würden wegfallen, vor allem im Stahlsektor. beim Autobau, in der Gummi- und Kunststoffindustrie und im Kurzstreckenflugverkehr, so daß sich ein positiver Saldo von 208.000 Arbeitsplätzen ergibt.

Die Autoren zeigen, daß sich Umweltschutz und Arbeitsplätze nicht gegeneinander ausspielen lassen. Im Gegenteil: Neue ökologische Rahmenbedingungen leisten einen wichtigen Beitrag zur Lösung der derzeitigen wirtschaftlichen Probleme. Diese Rahmenbedingungen für die ökologische Variante werden ausführlich beschrieben: Ökologische Steuerreform, "die Stadt der Nähe", "auch ohne Auto mobil", umweltverträglichere Abwicklung des restlichen motorisierten Verkehrs. In den Öffentlichen Verkehr und Radverkehr muß entsprechend investiert werden. Außerdem müssen die Verkehrsmittel vernetzt und die Verkehrsleitsysteme verbessert werden.

Daß sich eine ökologisch orientierte Verkehrspolitik zugleich auch auf Treibhausgasemissionen, Luftgüte, Lärm, Flächenverbrauch und Unfälle positiv auswirken würde, wird in der Studie ebenfalls gezeigt.

Ein weiterer interessanter Beitrag zur Verkehrspolitik, diesmal konzentriert auf die jüngste Vergangenheit:

Urstöger, Christian: Die Verkehrspolitiken Österreichs, der Schweiz und der Europäischen Union und deren Auswirkung auf die Entwicklung des alpenquerenden Güterverkehrs seit 1985. Schwerpunkt österreichischer Transitgüterverkehr. Hrsg. v. d. Wissenschaftsagentur. Salzburg, 1998. 164 BI.

(Die an der Universität Salzburg approbierte Diplomarbeit zum Preis von öS 420,- ist zu beziehen über die Wissenschaftsagentur Salzburg, Tel. 8044/6641, Fax 8044/618, E-Mail wasbox@sbg.ac.at)

K. R.

Neue Arbeitsplätze durch umweltverträglichen Verkehr. Cames, Martin ... (Mitarb.). Hrsg. v. Öko-Institut und dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) Bonn, 1998. 125 S. (Hauptgewinn Zukunft) DM 15,- zzgl. Porto