Die Herausgeber sind seit Jahrzehnten eng mit der Umweltszene verbunden. Ohnmacht ist ihr Wegbegleiter und dennoch können sie der größten Umweltkonferenz, die jemals stattgefunden hat, Positives abgewinnen. Was wäre aber auch ein Umweltschützer ohne freudige Hoffnung auf ein besseres Morgen? Soll man sich tatsächlich selbst entmutigen und die Aussagen der Staatsrepräsentanten bei ihren feierlichen Konferenzreden auf die Waagschale der Alltagspolitik legen? Es ist ganz gut so - vor allem für die, denen man immer wieder zum ungebrochenen Einsatz für unseren Planeten den Rücken stärken muß -, daß man die Zuversicht homöopathisch zwischen die Zeilen streut. Das Buch besteht zum Geringeren aus Schilderungen über die peinliche Nachbarschaft vom Protz der Großveranstaltung und dem Elend des brasilianischen Slumalltags oder die hochgeistlichen Geistlosigkeiten der Vertreter des Vatikans, sondern vielmehr aus Passagen der Reden von Staatsoberhäuptern zu jenen Themen, die sie besonders berühren müssen. Der Anstieg des Meeresspiegels heißt für die Malediven, was die Ausbreitung der Wüsten für Gambia bedeutet. Was das alles eigentlich für uns entwickelte Nordlichter bedeuten sollte auf dem Weg der Nachhaltigkeit und hin zu einer solidarischen Weltgemeinschaft, sagt Präsident Bush nicht. Aber auch das ist informativ. Einen wesentlichen Teil des Buches nehmen die Übersetzungstexte der verschiedenen Konventionen ein (Klima Rahmenkonvention, Erklärung von Rio zu Umwelt und Entwicklung, Walderklärung, Die Agenda 21). Hinzuweisen wäre noch auf die Grafiken, die ein für alle Multiplikatoren bestens verwendbares Handwerkzeug abgeben. WH.

Der Erdgipfel: Perspektiven für die Zeit nach Rio. Hrsg. von Wolfgang Engelhardt. Bonn: Economica Verl. 1993.267 S. DM 34,80 / sFr. 29,50/ öS 271