Katharina Schüller

Daten sind Macht

Ausgabe: 2026 | 3
Daten sind Macht

Die Welt ist voller Daten. Mit jedem gesprochenen Wort, jeder Bewegung, jedem Klick entstehen Daten, ob wir sie nun erheben oder nicht. Aus dieser Fülle ergeben sich Chancen und Probleme. Einerseits können wir diese Daten nutzen, um Schlüsse über unser Leben und Abläufe zu ziehen. Andererseits ist die schiere Menge an Daten, mit der wir uns konfrontiert sehen, überwältigend. Hier setzt Katharina Schüller mit diesem Buch an. Entlang eines roten Fadens, der sich an wissenschaftlichen Erkenntnissen, eigenen Erfahrungen und praktischen Beispielen orientiert, führt Schüller auf einladende Weise in den Umgang mit Daten in einer Welt mit Künstlicher Intelligenz ein. Dabei macht sie klar, dass ein kompetenter Umgang mit dieser Technologie statistischem Faktenwissen, menschlicher Intuition und ethischer Reflexion bedarf.

Nach einem kurzen Exkurs zur Disziplin der Statistik, der ihr zukommenden Aufmerksamkeit in Zeiten von Krisen wie Corona und ihrer Rolle bei der Gestaltung von KI-Systemen, führt Schüller in die Möglichkeiten neuer Technologien ein. Dabei beleuchtet sie besonders zwischenmenschliche und soziale Herausforderungen, die vom Einsatz einer Künstlichen Intelligenz profitieren können. Sie zeigt, wie Informationen leichter und individualisierter zugänglich gemacht werden, oder ein problematischer sozialer Umgang dokumentiert werden kann. Schüller weist dabei KI aber nicht als Allheilmittel aus. Vielmehr stellt sie KI als Werkzeug mit Potenzial vor, das menschliches Urteilsvermögen zur Entfaltung dieses Potenzials benötigt. Als zentralen Faktor für diese produktive Nutzung sieht sie erfolgreiche Führung, die in ihrer Funktion technische Möglichkeiten und menschliche Bedürfnisse in Übereinstimmung bringen muss.

Um diesem Anforderungsprofil gerecht zu werden, benennt Schüller einige Schritte. Von der Problemdefinition über die Zielsetzung bis zur Datenerhebung, -reflexion und -visualisierung beschreibt sie, was es braucht, damit die Nutzung von KI gelingen kann. Dabei macht sie darauf aufmerksam, dass ein erfolgreiches Zusammenspiel mit KI nicht zwangsläufig als solches wahrgenommen werden muss. Hierfür bedarf es kommunikativer Kompetenzen, um Vertrauen in die etablierten Mechanismen zu schaffen und Schwachstellen gemeinsamen zu erkennen. Es muss für alle Beteiligten ein Arbeiten mit und nicht für KI greifbar werden.

Insgesamt gelingt Schüller es, mit diesem Buch eine verständliche und motivierende Lernbasis für den Umgang mit Daten und insbesondere datenbezogenen Technologien wie KI zu schaffen. Sie geht dabei nicht naiv optimistisch vor, zeigt aber dennoch Möglichkeiten auf, die es zu nutzen gilt. Das verringert nicht nur die Unsicherheit ihrer Leser:innen auf individueller Ebene, sondern vermittelt ihnen Werkzeuge, um mit Unsicherheiten im statistischen Kontext umzugehen.