Das Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung Berlin untersuchte in den Jahren 1986 bis 1992 im Auftrag der Deutschen Bundespost / Telekom und des Landes Berlin von 1986 bis 1992 Entwicklungsmöglichkeiten breitbandiger Kommunikation (B-ISDN). die das vorliegende Buch nun zusammengefaßt präsentiert. Der erste Teil der Studie ermittelte aktuelle Nutzerbedürfnisse und Nutzervisionen anhand von 30 Fallstudien in Unternehmen und Institutionen, wobei sich u.a. zwar eine zunehmende Dezentralisierung von Unternehmensfunktionen und Entwicklungen auf ausgelagerte und mobilere Arbeitsplätze hin ergaben, gleichzeitig aber die häufig anzutreffende Warnung vor der künftigen Teleheimarbeit und ihren Isolationsgefahren deutlich relativiert wurde. Angestrebt werden nämlich vor allem Ziele wie Visualisierung, Integration verschiedener "Kanäle" in Multimediaverfahren, Telepräsenz. ortsunabhängiger Informationszugriff, Kunden nähe und Arbeiten in verteilten Projektgruppen. Im zweiten Teil der Studie ging es um die Erarbeitung denkbarer und wünschenswerter Zukunftsszenerien, wobei die Themenfelder Technik, Gesellschaft, Wirtschaft, Staat, Umwelt, Urbanität, Mobilität, Wertewandel/neue Lebensstile und (Tele-)Arbeit dezidiert in die Überlegungen eingingen. Drei Zukunftswerkstätten erarbeiteten dazu Projekte wie einen „Com-Consultant" (ein mobiles, breitkanaliges Kommunikationsendgerät), die ,,(KI)Osterinsel" (einen Urlaubsort ohne elektronische Kommunikationsmedien) und künftige Lernorte für Kommunikationsnutzungen (wie dezentrale Teleworkzentren oder Multimediabibliotheken; drei durch Expertenbefragungen abgerundete Szenarien beschreiben mögliche Entwicklungspfade unter den verschiedenen Prioritäten wirtschaftliche Rentabilität, Umweltverträglichkeit und Persönlichkeitsentfaltung. Ein Resüme formuliert die wahrscheinlichsten Formen künftiger Telearbeit und faßt Bedenken und Chancen zusammen. Unter den vielen Publikationen über die Zukunft der Telekommunikation, die sich allzuoft entweder als technologiegläubige Science-fiction oder aber als kulturpessimistische Kassandravariationen entpuppen, stellt das vorliegende Buch eine überaus erfreuliche Ausnahme dar: hier werden einerseits empirisch solide gestützte technologisch-wirtschaftliche Perspektiven und Chancen aufgezeigt, andrerseits auch die individuellen und gesellschaftlichen Technologiefolgen kritisch in den Blick genommen. W R.

Schulz, Beate; Staiger, Ulrich: Flexible Zeit, flexibler Ort. Telearbeit im Multimedia-Zeitalter. Weinheim (u.a.): Beltz-Verl., 1993. 207 S. (ZukunftsStudien; 8), DM 28,- / sFr 23,80/ öS 219