Inge Behrens legt mit ihrem Buch in vielerlei Hinsicht ein praxisorientiertes Werk vor. Sie beschreibt die neuen Berufe der Neuen Medien mit multimedialen Angeboten (Stichwort: Internet, CD-ROM, wo die Verbindung von Text, Bild und Ton sich zur Information verbinden). Die Autorin gibt Informationen über die konkreten Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten und interviewt zu jedem Berufsbild eine/n in diesem Beruf Tätige/n, einen Profi, wie sie diese Gewährsperson nennt. Das vorletzte Kapitel faßt noch einmal alle von der Autorin angeführten Institutionen zusammen, die eine Berufsausbildung für Anfänger wie für Quereinsteiger im Bereich der Neuen Medien anbieten. Damit eröffnet das Buch für einzelne konkret faßbare Zukunftsperspektiven, zumindest aber Anknüpfungspunkte. Darüber hinaus werden implizit verschiedene neue Gegebenheiten und Notwendigkeiten für diese Wirtschaftsbranche thematisiert, die durchaus für andere Berufssparten ebenfalls Gültigkeit haben (werden). Es wird in Zukunft nicht einen festgelegten, eindimensionalen, ein Leben langanhaltenden beruflichen Werdegang oder eine solche Karriere geben. Beredtes Beispiel: All jene Berufe, die Behrens darstellt, vom Screen-Designer über den Online-Redakteur zum Multimedia-Konzepter waren in dieser Form vor ca. 5 Jahren noch nicht existent, manche werden aus technischen und wirtschaftlichen Gründen wieder verschwinden, andere hinzukommen. Einige Optionen tauchen für das technische und gestalterische Know-how immer wieder auf: Hier wie dort ist fundierte Ausbildung gefordert, aber auch: "Ein Screen-Designer darf niemals aufhören zu lernen, das wäre sein Tod" (Dario Gibellini, Creativ Director und Screen-Designed. Technisches Interesse und Geschick genügen dabei weder für den Multimedia-Designer noch für den TV-Producer. Beides sind zwar Voraussetzungen für eine Multimedia-Karriere, aber erweitert müssen sie sein von kreativen Fähigkeiten im Bereich Design, TextersteIlung, Gesamtbildgestaltung etc. Erst dann kann eine in jeder Weise gelungene CD-ROM oder ein anderes multimediales Informationsmittel erstellt werden. Laut Umfragen in der Branche sind besonders gefragt gestalterische, kommunikative und soziale Qualifikationen, Allgemeinbildung und Managementerfahrung. Um durch diese Berufsperspektive den Arbeitsmarkt spürbar zu entlasten, müßte freilich die Akzeptanz der Neuen Medien auch im privaten Bereich deutlich wachsen. S. Sch.

Behrens, Inge: Neue Berufe in den Neuen Medien. Düsseldorf: Econ-Verl., 1997.223 S.