Nach „Zukunftsschock" (1970) und "Zukunftschance" (1980) schließt Toffler, pünktlich und verlässlich voluminös, seine Trilogie zur Rasanz des sozialen Wandels ab. Zentrales Thema des letzten Bandes ist die wachsende Bedeutung des Wissens, das im nahenden 21. Jahrhundert zum entscheidenden Machtfaktor heranwächst. War die Zivilisation bis hin zur Aufklärung vor allem auf Gewalt gegründet, beherrschte Geld die Ära der "Schornsteinindustrie", so ist die Wertschöpfung der "dritten Welle" von der unerschöpflichen Quelle des Geistes - der Information bestimmt. Das Leben in der anbrechenden "Supersymbolwirtschaff' sieht Toffler als erbarmungslosen Kampf um Wissen, der Politik und Wirtschaft gleichermaßen erfasst. Wer Marktanteile beherrschen, Entscheidungen treffen oder schlicht nur im Konkurrenzkampf überleben will, ist den Geboten der "Innovation" und "Schnelligkeit" ausgesetzt. "Extra-intelligente" Netzwerke werden zur Steigerung des Informationsflusses ins Unermessliche führen. Flexible Organisation, eigenverantwortliche Arbeit und wechselnde Allianzen im "Machtmosaik" werden "erdbebenartige Erschütterungen der Geschäftswelt" zur Folge haben. Im rasenden Lauf des projektierten Wandels, von dem Toffler kurzweilig und anekdotenreich erzählt wie keinem anderen sind ihm die Histörchen der High-Tech-Society vertraut - sind Sorgen und kritische Einwände rar: Dass automatisierte Netzwerke von vorprogrammierten Entscheidungen abhängig machen, kreative Spontaneität somit weithin blockieren könnten, wird zwar erwogen, doch ebenso unzureichend diskutiert wie die ökologische Herausforderung. Dass Wissen mehr und mehr auch anderen Zielen als wachsenden Zuwachsraten dient, wäre nachzuweisen. Informationsgesellschaft Wissenstransfer 

Toffler, Alvin: Machtbeben. Wissen, Wohlstand und Macht im 21. Jahrhundert. Düsseldorf (u.a.): Econ Verl., 1990. 608 S., DM 48,00 / sFr 40,60 / öS 374