In der Tradition von Goethe, Steiner und- dessen Anhängern nähert sich Gerhard Sturm der Natur. So hat denn auch Rudolf Steiner dem Autor "den Weg zu einer ,grenzenlosen', nicht durch Vorurteile eingeschränkten Betrachtungsweise gewiesen". In diesem Sinne wird versucht, über Fakten und Detailbeschreibungen hinaus, die Natur als Ganzes, als einen lebendigen Organismus entdecken und verstehen zu lernen. In 40 Jahren Naturbeobachtung, im Kontakt mit Studenten und der Teilnahme an Exkursionen, hat sich Sturm das hier ausgebreitete Wissen erworben. Seine Hinwendung zum Detail - das belegen die Fotos in beiden Bänden - verliert nie das Ganze des Naturzusammenhangs aus den Augen. Natur stellt sich so als Wechselspiel der vielen Bewohner kleinerer und größerer Lebensräume dar. Das Staunen vor dem Reichtum des Lebens wird ihm zur Grundlage für ein Verstehen, das nicht nur sachlich-analytisch orientiert ist. Der Autor will den Leser zu eigener 'Beschäftigung mit der Natur anregen "und ihm damit eine unversiegbare Quelle reinster Freude und tiefster Erkenntnis erschließen ", Sturm unterstellt, daß die wenigsten Menschen die Natur so genau wahrnehmen, daß sie sie wirklich kennenlernen könnten. Deshalb wird der Leser auch nicht mit Tipps für die angemessene Beobachtung verschont. Sie beginnen mit der Lebensweisheit von Christian Morgenstern: "Der Welt Schlüssel heißt Demut. Ohne ihn ist alles Klopfen, Horchen, Spähen umsonst. Ein Beobachtungskalender sowie Ratschläge zur Naturfotografie (aus einer sehr subjektiven Sicht) ergänzen beide Bände.   In der Reihe "Geliebte Natur" ist vom Autor" Leben auf Wiese und Feld" sowie "Leben im Gebirge" für 1990 in Vorbereitung.

 

Sturm, Gerhard: Leben am Wasser. Stuttgart: Verl. Freies Geistesleben, 1989. 59 S. (Geliebte Natur; 1)

Sturm, Gerhard: Leben im Wald. Stuttgart: Verl. Freies Geistesleben, 1989. 78 S. (Geliebte Natur; 2)