Die Biographie ist im deutschen Sprachraum zeitgerecht erschienen: zum 65. Geburtstag von Hans Küng am 19. März 1993. Das Phänomen Hans Küng und seine Theologie werden, verquickt mit Persönlichem, vorgestellt; theologisches Arbeiten und wissenschaftliches Denken münden bei ihm in fundierte Kirchenkritik, gipfelten immer wieder im Streit um seine Lehrerlaubnis; sie wurde ihm unter Johannes Paul ll. im Jahre 1979 entzogen. Hans Küng ist es gelungen, diffizile theologische Sachverhalte menschlich ansprechend, deutlich und interessant auch für Laien außerhalb der römisch-katholischen Kirche darzustellen. Leidenschaftliche Wahrheitsliebe und dennoch Loyalität zur Kirche zeichnen sein Denken aus, in Beschäftigung mit aktuell-politischen Fragestellungen bekennt Hans Küng, daß Weltprobleme bedrückender als Kirchenprobleme, die Weltökumene wichtiger als die Kirchenökumene, der Weltfriede dringlicher als der Kirchenfriede seien. Der Theologe - Motor einer engagiert geführten ethischen Diskussion - hat sich seine Leidenschaft für die Wahrheit und seine Visionen erhalten. Küng möchte in seinen Werken genau das Evangelium predigen, dessen Verkündigung die Mission der Kirche ist; Glaube ist für ihn etwas Lebendiges und Vitales, "letztlich der einzig befriedigende Weg sei, Mensch zu sein". C. R.

Nowell, Robert: Hans Küng. Leidenschaft für die Wahrheit. Leben und Werk. Zürich: Benziger, 1993. 4005.,  DM 44,- / sFr 37,30/  ö5 343,20