Das mit Zahnrad und Kette betriebene Fahrrad und das durch einen mit Benzin gespeisten Verbrennungsmotor angetriebene Auto wurden beide 1885 erfunden und haben sich seither nebeneinander entwickelt. Der Verkauf von Autos erreichte 1970 fast den an Fahrrädern, aber seither gewinnt das Rad das Rennen: Zwischen 1970 und 1990 wuchs die globale Autoproduktion um 14 Millionen, während 60 Millionen Fahrräder mehr hergestellt wurden. 1992 übertraf die Zahl der neuen Fahrräder die der neuen Autos um das Dreifache. Während das Auto noch immer im Personentransport der USA und Europas vorherrscht, deuten jüngere Entwicklungen an, daß der Großteil der Welt die US-amerikanische Autokultur nicht nachvollziehen wird. Auch große Zahlen an Fahrrädern bedeuten aus mehreren Gründen keinen künftigen Wechsel zum Auto. Da sind zunächst einmal die Kosten: Weniger als 10% der Weltbevölkerung kann sich Autos leisten, aber um die 80% sehr wohl Fahrräder; außerdem erfordert eine auf dem Auto aufgebaute Mobilität á la USA nicht nur eine reiche Bevölkerung, sondern auch einen reichen Staat, der die Kosten eines motorisierten Transportwesens stützt. Zweitens schlagen funktionale Vorteile zu Buch. Für Distanzen bis zu wenigen Kilometern ist das Fahrrad zunehmend wettbewerbsfähig: denn es ist mobiler und in dichtbesiedeltem Gebiet oft schneller. Räderverursachen drittens geringere soziale Kosten: Sie verursachen in der Regel keine tödlichen Zusammenstöße und schaffen keine Invaliden, sie Hinweise auf zukunftsbezogene Neuerscheinungen aus dem umfangreichen Angebot der Verlage.  interessant Laien.  sind weder an durch Abgase bedingten Krankheiten schuld, noch zerrütten sie das Leben in der Stadt, auch Produktivitätsverluste aufgrund chronischer Verspätungen und Frustrationen gehen nicht zu ihren Lasten. Viertens können sich arme Länder die enormen Flächen gar nicht leisten, die die Autokultur benötigt. Fünftens besitzt das Fahrrad mehr Potential für technische Verbesserungen als das mit Benzin betriebene Auto, wie etwa die wachsende Popularität der Mountainbikes zeigt, die das Radeln in hügeligem oder unbefestigtem Gelände leichtmachen. Der Autor folgert daraus, "daß die Ära der fast völligen Vorherrschaft von Kraftfahrzeugen in den entwickeltsten Städten wahrscheinlich bald vorbei ist". Das Transportwesen der Zukunft wird aus einer komplexen Mischung von Gehen, Radfahren, abgasfreien Autos und Massenbeförderungsmitteln bestehen. (Anmerkung: Eine mögliche Entwicklungsrichtung neuer Fahrradtechnologie könnten die niedriggebauten „Liegeräder" sein, deren Bequemlichkeit und Effizienz in US News and World Report vom 6. Juli 1992, S.72-73, beschrieben werden). W R.

Ayres, Ed: Breaking Away: Bikes Winning the Race. In: World Watch, Jan/Feb. 1993, S. 10- 18