Man mag darüber diskutieren, ob die Alpenrepublik zu Recht aIs naturbewusste Nation gilt. Zweifellos jedoch geht diese Wohlmeinunq auch auf den couragierten Einsatz tausender Naturschützer für die Donauauen zwischen Wien und Hainburg zurück, welcher die Republik im Winter 1984/85 erschütterte - und die Regierung zum Nachdenken bewegte. Als vorläufiges Fazit Ist festzuhalten. dass eine der ökologisch kostbarsten Landstriche Mitteleuropas vorerst dem zivilisatorischen Würgegriff entzogen werden konnte. Wer diesen, im Grunde mit Worten nur unzulänglich zu beschreibenden Bildband zur Hand nimmt, wird ermessen, welch unwiederbringliches Kleinod hier gerettet und, so Ist zu hoffen, auch für kommende Generationen bewahrt werden konnte. Die in der Tat phantastischen Farbaufnahmen von Reinhold Gayl und Norbert Sendor laden zum Staunen und Verweilen ein das seit. Jahrtausenden bewährte Zusammenspiel de~ Lebendigen Im Wechsel der Jahreszeiten wird unmittelbar spürbar. • Die einleitenden Beiträge von B. Lötsch und R. Gayl loten die gesellschafts- und kulturpolitische sowie die ökologische Dimension dieses einzigartigen Stückes von „Restnatur" aus. Die Zukunft der Au scheint auch im Hinblick auf die angebotenen Stromlieferungen Österreichs als Gegenleistung für die angestrebte Stilllegung des tschechoslowakischen Atommeilers Bohonice nicht endgültig gesichert. Der Kauf dieses Buches stellt den Erwerb und Schutz eines Quadratmeters Aulandschaft sicher: Wohl eine der schönsten Formen von Grundbesitz, die es verdiente, auch an anderer Stelle erprobt zu werden. Donauauen Naturschut

Gayl, Reinhold; Erkyn, Ingrid: Die Au. Mit einem Beitrag von Bernd Lötsch. Salzburg (u.a.): Neugebauer Press, 1990. 1285., DM / sFr 39,80 / öS 298