Mit ausgewählten Beispielen versucht der Autor die Spuren des "Kosmischen Christus" in Altem und Neuen Testament, in der Mystik, in den östlichen Religionen, in Literatur, Philosophie, Anthropologie und New Age nachzuzeichnen. Der ehemalige Jesuit Günther Schiwy will mit dem Begriff des "Kosmischen Christus" einen neuen Impuls in die theologische Diskussion um Jesus bringen. So schlägt er vor, nicht so sehr zwischen menschlicher und göttlicher Natur zu differenzieren, sondern zwischen irdischer und kosmischer. Das Buch will Christen angesichts einer bedrohten Welt zu neuem Umgang mit Natur und Materie bewegen, weil Materie "von göttlicher Energie und Gnade erfüllt ist". Eigentlich eine alte, christliche Weisheit, grundgelegt besonders im Johannesevangelium, aufgegriffen von Kirchenvätern und Mystikern genauso wie von Teilhard de Chardin und New-AgeIdeologen. Diese Naturmystik bildet nach Schiwy den Kern der Religiosität im New Age und gipfelt in dem Satz: "Was wir der geringsten Natur antun, das haben wir dem Kosmischen Christus angetan". Folgerichtig entwickelt das Buch "Die neuenZehn Gebote" fürden Umgang mit der Schöpfung. Dieses kosmisch verstandene Christentum soll auch Möglichkeiten derVerständigung zwischen den Weltreligionen bringen. Die vielen Spuren, denen Schiwy folgt, sind oft undeutlich, verweht und beliebig. Eine Überfülle von langen Zitaten stört den Lesefluss. Kein Buch für Leute, die dem Neuen Zeitalter systematisch auf die Spur kommen wollen - eher eines für Zeitgenossen, die vom Aufblitzen verschiedenster mystischer Erfahrungen auf den Anbruch einer" Neuen Zeit" schließen. 

Schiwy, Günther: Der kosmische Christus. Spuren Gottes ins Neue Zeitalter. München: Kösel, 1990. 176 S.