Der Band enthält die Beiträge eines Symposions, das unter gleichem Titel an der Pädagogischen Hochschule Kiel abgehalten wurde. Erziehungswissenschaftler, Medienfachleute und Biologen erörterten Aspekte zukunftsorientierter Pädagogik, wobei erwartungsgemäß ein breites Spektrum an Themen angesprochen wurde. Im ersten Abschnitt "Wandel, Herausforderungen und Erfahrungen" werden vor allem Auswirkungen der Informationsgesellschaft beleuchtet. Für Dahncke steht das Bewahren kultureller Inhalte gleichbedeutend neben der Anforderung, "breitere und relevantere Gedächtnisinhalte" zu ermitteln. Dynamisch argumentiert Pestei, der betont, daß das Wissen der kommenden 40 Jahre etwa fünfmal über jenem der vergangenen vierzig Jahre liegen wird. Der Bereich Kultur und Medien wird kontroversiell diskutiert: Fürchtet G. Priesemann durch Fernseh- und Videokonsum eine" Unempfindlichkeit gegenüber Werten der überkommenen Kultur" bis hin zu "relativ großer Mißachtung sittlicher Verpflichtungen '', so warnt Dall Asta vor übertriebenen Befürchtungen und voreiligen Schlüssen: Bisher ist "eher Ratlosigkeit als Wissen vorhanden. Daher sollten wir auch nicht leichtfertig Urteile und Ergebnisse verallgemeinern". Der Herausforderung durch komplexe Systeme widmet sich u.a. W.-P. Teschner, der eindringlich für eine verstärkte Berücksichtigung der Nord-Süd-Problematik im Unterricht eintritt: Während die EG allein 1987 für die Vernichtung und Lagerung von Agrarüberschüssen  500 Mrd. DM ausgab, hatte allein die philippinische Regierung 1985 an öffentlichen Ausgaben und Schuldenrückzahlung das Doppelte aufzubringen. Eine altruistische, interkulturelle Erziehung sollte helfen, Zusammenhänge zu erkennen, Abhängigkeiten abzubauen und solidarisches Handeln zu fördern. Daß Allgemeinbildung und der Rekurs auf humanistische Wert- und Bildungsideale dazu beitragen könnten, Menschlichkeit zu bewahren - oder gar erst (wieder?) zu entdecken -, ist Tenor des letzten Abschnitts.

Bewahrung des Menschlichen. Zukunftsfragen der Erziehung im Spiegel der Wissenschaften. Hrsg. v. Helmut Dahncke. Bad Heilbrunn: Klinkhardt, 1988. 280 S.