Die nukleare Gesellschaft basiert auf der Ausbeutung und Zerstörung von Natur und Menschen. Die ersten Opfer dieser Entwicklung sind die letzten Naturvölker der Erde. lhnen Gehör zu verschaffen ist Ziel des "World Uranium Hearings" (W. U. H.). Dieser Videofilm zeigt in Dokumenten und Interviews, welchen Tribut die Atomtechnologie täglich und weltweit fordert. Die Mehrzahl der Uranlagerstätten Australiens liegen auf Aboriginal-Land (Arnhemland-Reservation). Auch auf dem Colorado-Plateau (USA) wachsen die Abraumhalden. Radon entweicht aus diesen "strahlenden Pyramiden einer nuklearen Gesellschaft" auf Jahrtausende; der Wind trägt den Staub auf die Getreidefelder und Viehweiden. Die Marshall-Inseln im pazifischen Ozean dienten den Amerikanern jahrelang als Versuchsgelände. Zwischen 1946 und 1958 wurden dort 66 Atom- und Wasserstoffbomben gezündet. Sechs Inseln verschwanden damals von der Landkarte. Die Mikronesier erfuhren erst nachher etwas über die Tragweite dieses Experiments. Interviews mit Betroffenen führen uns das Drama dieser „Menschenversuche" vor Augen. Über dem Sam i-Land (Lappland) öffnete sich Ende April 1986 die radioaktive Wolke von Tschernobyl. Die Rentiere hatten extrem hohe Dosen von Cäsium, Strontium und Plutonium abbekommen. Nach Festlegung von Grenzwerten wurde die Lebensgrundlage der Sami zu radioaktivem Abfall. Damit war nicht nur ihre traditionelle Lebensweise erschüttert, sondern ist auch die Zukunft bedroht. Eine Legende der Aborigines warnt uns davor, die verborgenen Kräfte im Innern der Erde zu wecken, dadurch "kann schreckliches Unheil über uns kommen". Nicht zuletzt das Schicksal der Sami verdeutlicht, dass wir diese Warnungen nicht länger ignorieren dürfen. 

Der Tod, der aus der Erde kommt. Report vom "The World Uranium Hearing". Videofilm v. Michael Wenning nach einer Idee v. Claus Biegert. Köln: Engstfeld Film, 1990. Dauer: 33,10 Minuten, DM 48,- + Versand