Tom Forester, Professor für Computerwissenschaften an der Griffins University, Queensland/Australien setzt sich in diesem Buch kritisch mit den Vorhersagen über die Auswirkungen der Informationstechnologie auseinander. Während dramatischer Beschäftigungsrückgang und große Zuwächse bei freiwilliger und unfreiwilliger Freizeit prognostiziert wurden, ist heute festzustellen: 1) Der Microchip hat nicht Millionen Arbeitsplätze gekostet, obwohl er kontinuierlich weiche abbaut (die Einführung des Computers verlief viel langsamer und chaotischer als erwartet). 2) Die überwiegende Mehrheit der Arbeitskräfte scheint heute mehr denn je zu arbeiten (das legen Untersuchungen in den USA, in Europa und Australien nahe). 3) Wir warten noch immer auf die menschenleere, unbemannte Fabrik; die Roboter-Revolution stagniert, Allheilmittel wie flexible und computergestützte Produktionssysteme erwiesen sich als Totgeburten. 4) Statt des vorhergesagten papierlosen Büros müssen viel mehr Bäume gefällt werden, um den riesigen Papierappetit der Büros zu befriedigen. 5) Trotz der enormen Steigerung des Gebrauchs von Telefon und elektronischer Post wächst das Volumen der althergebrachten Briefpost weiter an (obwohl ein Großteil davon Abfall ist). 6) Es gibt nur wenige Belege dafür, daß immer mehr VoIlzeit-Arbeitnehmer Telearbeit von zu Hause leisten. (... ) Zusätzlich zu diesen (noch 7) nicht eingetretenen Entwicklungen werden zahlreiche unbeabsichtigte und unvorhergesehene Konsequenzen sichtbar: die Anfälligkeit der Computer für technisches Versagen, ernste Probleme mit der Datensicherheit und der Privatsphäre, das besonders in Asien grassierende Unwesen der Raubkopien von Software, die Hacker, die Informationsflut, Phänomene wie „Kommunikaholiker" und "E-Mail-Süchtige" sowie die Dehumanisierung vieler sozialer Aktivitäten vom Handel bis zum Krankenhaus. (... ) W. R.

Forester, Tom: Megatrends or Megamistakes? What ever happened to the Information Society? In: The Information Society 813 (Juli-Sept. 1992), S. 133-146