Ein universelles Fenster zum virtuellen Raum, dem Cyber-Kosmos, wird künftig das alltägliche Leben bestimmen. Der digitale Anschluß ("port") an Kommunikationsnetze wird in Jedem Haus so selbstverständlich sein wie die Heizung. Er wird über ein Inhouse-System im ganzen Haus erreichbar sein, und so wie Steckdosen im ganzen Haus das Betreiben unterschiedlicher Endgeräte - vom Staubsauger bis zum Rasierapparat - erlauben, so wird in jedem Raum eine Schnittstelle für digitale Anwendungen zu finden sein. Für die Küche gibt es einen kleinen Einkaufs-Bildschirm, die Steuerung von Licht und Heizung erfolgt online, im Arbeitsbereich befinden sich Bildtelefon und Rechneranschluß, im Medienraum die Großbild-Projektionsanlage. Das alles klingt phantastischer als es ist. Einmal im wörtlichen Sinn, weil im Grunde die genannten Möglichkeiten in Einzelmodulen verfügbar sind und die Kombination technisch machbar ist. Für viele mögen diese Aussichten auch im übertragenen Sinne wenig phantastisch sein, ist der Einstieg in die Nutzung von Kommunikations- und Informationstechnologien doch zumindest gewöhnungsbedürftig. Die sozialen Beziehungen werden massiv verändert, das Leben wird ”Virtualisiert": Wird auf Dauer die "reale" Welt von der technologisch konstruierten noch zu unterscheiden sein? Wird man auf Unterscheidbarkeit gar (gerne) verzichten? Von diesem Szenario ausgehend, untersuchen die Autoren Zukunftsperspektiven von Arbeit und Kultur. An die komplexe Aufgabensteilung gehen sie mit einer gehörigen Portion Optimismus heran, ohne jedoch Gefahr zu laufen, platt oder aufdringlich zu wirken. Die im Epilog formulierte Zielsetzung, die Leserinnen etwas nachdenklich zu stimmen, wurde beim Rezensenten jedenfalls erreicht. W Sch. Cyberspace Informationstechnologie

Brauner, Josef; Bickmann, Roland: Cyber Society. Das Realszenario der Informationsgesellschaft: Die Kommunikationsgesellschaft. Wirtschaft, Kultur, Bildung. Düsseldorf (u.a.): Metropolitan-Verl., 1996. 235 S.