Vorsicht sei besser als Nachsicht, heißt es volkstümlich aus gutem Grund. Allein, unter den gegenwärtigen Bedingungen ökologischer Modernisierung der Produktion ist selbst diese Erfahrung außer Kraft gesetzt. Im einleitenden Beitrag beschäftigt sich K. Zimmermann mit den gegenwärtig aktuellen Termini "Vorsorgeprinzip" und "präventive Umweltpolitik" : Er weist überzeugend nach, dass das "Vorsorgeprinzip im politischen Kontext legitimitätsfördernd wirkt und zudem anpassungsfähig ist", da es "zunächst keine Verpflichtung zu bestimmtem Handeln impliziert". Eine juristische und ökonomische Begriffsanalyse ergibt hingegen, "dass es prinzipiell keine Veranlassung gibt, vom Verursacherprinzip abzuweichen". Davon ausgehend, dass die wachsende Bedeutung der Umweltpolitik in den Industriestaaten auch monetär nachzuweisen sein sollte, bietet A. Ryll zunächst eine Darlegung seiner Berechnungsmethoden, um im Folgenden nachzuweisen, dass sich die Aufwendungen in der BRD zwischen 1980 und 1987 um 57 % erhöht und zu diesem Zeitpunkt 32,3 Mrd. DM betragen haben, wobei die Verteilung der Investitionsbereiche zwischen Industrie und öffentlicher Hand zusätzlich von Interesse ist. v.J. Hartjes zeigt, dass Firmen aus Gründen der Kalkulierbarkeit technologischer und ökonomischer Risiken end-of-pipe-Technologie gegenüber integrierter Prozesstechnologie bevorzugen. Ein zusammenfassendes Resümee von Zimmermann bestätigt diese Auffassung und gibt zu bedenken, dass umweltbedingte Investitionen Produktinnovationen verzögern können, womit u. U. wiederum schwerwiegendere ökologische Belastungen in Kauf zu nehmen sind. 

Zimmermann, Klaus; Hartje, Volkmar J.; Ryll, Andreas: Ökologische Modernisierung der Produktion.  Strukturen und Trends. Berlin: Ed. Sigma, 1990. 249 S., DM 29,801 sFr 25,50 1 öS 232,40