In der Hierarchie der klassischen Aufgaben der Kommunen nahmen die Entsorgung von Abwasser und Abfall bisher eher hintere Plätze ein. Nun ist es jedoch allerorts höchste Zeit für eine ökologische Orientierung der Abfallwirtschaft: Nicht nur ständig steigende Abfallmengen, sondern vor allem die zunehmende Veränderung der Zusammensetzung durch verstärkte Verwendung von Kunststoffen, Verbundmaterialien und Produkten mit umweltschädlichen Stoffen erschweren die adäquate Beseitigung. Zudem ist das Volumen vieler Deponien weitgehend ausgeschöpft. Nicht nur Bund und Länder müssen wirksame Maßnahmen zur Müllvermeidung und -verwertung setzen, auch auf kommunaler Ebene gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, abfallwirtschaftliche Systeme und Konzepte weiter zu verbessern oder einzuführen. Dies setzt aktuelle Information voraus. Die Autoren, großteils Mitarbeiter des Öko-Instituts Freiburg/Darmstadt, Naturwissenschaftler und Juristen, haben ein kommunales Abfallverminderungskonzept erarbeitet, das natürlich keine Patentlösungen anbieten kann, da sich die Umsetzung nach der jeweiligen Situation in der Gemeinde richtet. Es werden jedoch bestehende Möglichkeiten der Abfallverwertung und deren Verbesserung, rechtliche Rahmenbedingungen, Abfallsatzung, Gestaltung von Abfallgebühren bzw. abgabenrechtliche Steuerungsinstrumente dargestellt. Glaubwürdig wird politisches Handeln nur, wenn auch das Verhalten der öffentlichen Hand konsequent nach ökologischen Richtlinien vorbildhaft wirkt. Ein letztes Kapitel widmet sich der kritischen Betrachtung der neuen Verpackungsverordnung für Deutschland. D. N.

Böhm, Monika; Both, Gudrun; Fuhr, Martin: Müllvermeidung Müllverwertung. Möglichkeiten und Grenzen kommunalen Handelns. Karlsruhe: C. F. Müller, 1992, 130 S., DM 38,- / sFr 32,20 / öS 296,40