Johannes Holler, Gesundheitsberater und Verfasser von Artikeln zum Thema Gehirn-Fitneß, unternimmt in diesem Buch eine Darstellung des aktuellen Stands der (Human-)Gehirnforschung, wobei es ihm weniger um eine abstrakte Erörterung von Theorien geht als uni die praktische Anwendbarkeit von Forschungsergebnissen. Als erstes stellt er die verschiedenen heute diskutierten Gehirnmodelle und die Vielfalt der mittlerweile bekannten Gehirnfunktionen vor. In den darauffolgenden Kapiteln nähert er sich dem Gehirn von jeweils einem speziellen Aspekt: von der Biochemie, von der Ernährung, von der Motorik, von den Sinneswahrnehmungen, vom Erkennen und Lernen, vom Bewußtsein, von der Kreativität und von der sozialen Dimension und beschreibt dazu jeweils Möglichkeiten, durch bestimmte Übungen und Verfahren die spezifischen Kapazitäten des Gehirns zu steigern. Am Schluß des Buchs steht die These, daß unser Gehirn durch die enormen Fortschritte und das hohe Entwicklungstempo unserer Zeit besonders herausgefordert ist und darauf mit der Herausbildung neuer Informationsverarbeitungsstrategien, ja sogar mit (bei jungen Leuten angeblich bereits nachweisbaren) Strukturveränderungen reagiert, die in einem evolutionären Sprung zu einem "neuen Gehirn" münden werden. Der Titel hinterläßt einen seltsam zwiespältigen Eindruck: einerseits präsentiert er eine eindrucksvolle Fülle von aktuellen Forschungsergebnissen, andererseits bleiben diese vielen Einzelheiten doch recht unverbunden nebeneinanderstehen. Aber vielleicht spiegelt sich darin nur der Zustand der heutigen Forschung, der der Durchbruch zu einem schlüssigen Gesamtbild noch nicht gelungen ist? Als Handbuch verschiedenster Gehirn-Fitneß-Fördermöglichkeiten hat der Band jedenfalls einiges zu bieten. A. R.

Holler, Johannes: Das Neue Gehirn. Möglichkeiten moderner Gehirnforschung. Unser Gehirn im Überblick. Ein Handbuch. Paderborn: Junfermann, 1996. 480 S.