Trotz der Bestrebungen zur Müllvermeidung, -verbrennung oder -kompostierung ist die Deponie immer noch Grundlage jeder geordneten Abfallwirtschaft. Im Jahr 1984 fielen in Österreich 272 kg Hausmüll pro Einwohner an - insgesamt waren das mehr als 2 Mrd. Tonnen. Mehr als 60% wurden davon direkt deponiert.

Lukschanderl referiert dazu eine Umfrage des „Bundesinstituts für Gesundheitswesen" (ÖBIG), die erschreckende Mängel aufdeckte. Viele der Deponien besitzen keine behördliche Genehmigung, die wenigsten entsprechen den vom OBIG empfohlenen Anforderungen. In der modernen Deponietechnik geht es vor allem darum, so bald als möglich nichts mehr abzulagern, was eine "Altlast" werden könnte. Echte Lösung bei der Abfallentsorgung wird nur ein integriertes und vernetztes Entsorgungssystem bieten, das deponierfähige Endprodukte garantiert. Standort, Größe, "freie Sickerwasservorflut" (natürlicher Abfluß des Sickerwassers aus der Deponie), verschiedene Abdichtungen, Entwässerung, Entgasung und die Stilllegung einer Deponie werden im Einzelnen beschrieben. Lukschanderl geht schließlich noch auf die Probleme bei "Sonderabfalldeponien" ein. Jede Abfalldeponie ist ein "Jahrhundertbauwerk" , die Chance für die Zukunft wird in einer entsprechenden Vorbehandlung gesehen. Es gilt "den Abfall so zu verändern, daß er ohne großen Aufwand und große Nachsorge deponiert werden kann". Auch in diesem Fall ist die Vermeidung der Entsorgung vorzuziehen.

Lukschanderl, Leopold: Deponien: Gebaut für die Ewigkeit? In: Umweltschutz. 1988, Nr. 1, S. 8-16