Im ersten Teil von „freizeit fatal“ werden die Bildtafeln der Ausstellung gleichen Titels wiedergegeben. Sie zeigen, daß in einer Zeit, in der die Freizeitwelle immer höherschlägt, das Spannungsfeld "Umwelt und Freizeit/J· eine neue Dimension bekommen hat. Die Menschen trimmen sich fit und der Natur geht die Luft aus. Durch die abschreckende Darstellung soll nach Robert Jungk der „Wille zum Widerstand geweckt oder verstärkt werden". Mehr noch: es könnten durch die Erkenntnis, daß es so nicht weitergehen darf, über Wut und Abscheu hinausreichende Kräfte der Veränderung: und Erneuerung freigesetzt werden, die dem Fatalen trotzend die Anfänge einer neuen Zivilisation setzen." Die Vorschläge für eine andere Zukunft beziehen sich auf eine schöpferische Freizeit. Das neue Motto lautet: "Mehr Lust als Leistung und Streß, mehr Kreativität als Konsum, mehr Zeit als Streß ... " In den zahlreichen Beiträgen kommt nicht nur die Bestandsaufnahme der Folgen unseres "Tuns und Lassens" zum Ausdruck, sondern auch Aufklärung über Möglichkeiten, "wie der Druck auf die Rest-Natur, auf unsere Mitwelt - und natürlich auf uns selbst - verringert werden kann“.

Thesen für eine "Zukunft mit Zukunft" formuliert J. Krippendorf. Er spricht von totaler" Freizeit-Mobilmachung" und dem verständlichen Drang wegzufahren, weil wir uns hier nicht mehr wohlfühlen. Möglichkeiten eines "sanften Tourismus" werden ebenso diskutiert wie soziologische Aspekte unseres Freizeitverhaltens unter besonderer Berücksichtigung des Sports in seinen wildesten Auswüchsen.

 

Freizeit fatal. Über den Umgang mit der Natur in unserer freien Zeit. Hrsg. v. Bund für Umwelt und Naturschutz Nordrhein-Westfalen (BUND NW). Köln: Volksblatt-Verl., 1989. 267 S.