In Diagnose, Therapie und Rehabilitation hilft die Medizintechnik dem Arzt schon heute entscheidend, Leiden zu erkennen und zu heilen, Schmerzen zu lindern und Leben zu verlängern. Das Dossier „Perspektiven in der Medizintechnik“ beschreibt in diesem Kontext neue Verfahren, deren Erfolge und Entwicklungspotentiale. So hat sich - zumindest in den reichen Industriestaaten - die mittlere Lebenserwartung in den letzten fünfzig Jahren nicht zuletzt dank dieser Techniken signifikant erhöht. Dennoch singt man an dieser Stelle keineswegs nur das Loblied des technischen Fortschritts: das Unbehagen gegenüber der Apparatemedizin, die Würde und die Ängste des einzelnen Patienten werden nicht übersehen. Auch die Diskussion über Kosten und Nutzen verschweigt man nicht, ebenso wie Fragen medizinischer Ethik und technischen Machbarkeitswahns angesprochen werden.

Die einleitenden Beiträge behandeln bildgebende Verfahren - neben Röntgen und Ultraschall sind heute hochauflösende Systeme getreten, die den „ersten Schnitt” immer mehr hinauszögern. Das nächste Kapitel stellt Mikrosysteme (Mikrochips) in der Medizin vor. Auch der Laser ist zu einem vielseitigen Werkzeug herangereift, Pinzetten aus Licht sind bereits Realität, womit Mikrooperationen bis hin zu genetischen Eingriffen ermöglicht werden. Kapitel über Tumorstrahlentherapie, Implantate und Prothesen folgen. Zuletzt werden Möglichkeiten der modernen Datenübertragung für die Medizin dargestellt: Kommen digitale Krankenhäuser oder Telemedizin auf uns zu? Die sich daraus ableitenden Probleme greift das Schlußkapitel „Medizin und Ethik – Die Verantwortung des Arztes im 21. Jahrhundert” auf.

Ein Heft, das kompakt und differenziert zugleich einen guten und kritischen Überblick über Status und Perspektiven einer der wichtigsten Gegenwartstechnologien gibt. A. R.

Perspektiven in der Medizintechnik Spektrum der Wissenschaft. 114 S. (Dossier 1/1999) DM 16,80 / sFr 16,80 / öS 135