Das Thema Zukunft hat Konjunktur und Relevanz. Allerorts entstehen "richtige" Zukunftsperspektiven in Form von Manifesten und Programmen. In einem sich vollziehenden grundlegenden Wandlungsprozess wird die "neue Unübersichtlichkeit" (Habermas) durch Parteien Verbänden und der Kirche nicht eben verringert. Im vorliegenden Band werden zunächst Veränderungen in der gesamtgesellschaftlichen Wirklichkeit skizziert und Begriffe wie Zukunft, Fortschritt, Moderne und Utopie präzisiert, um den Umbruch zu verdeutlichen, "der sich hinter den Tendenzen zur Pluralisierung, Individualisierung und Fragmentierung von Lebensverhältnissen abzeichnet". Parteipolitische Positionen zur Zukunftsdiskussion vermittelt der zweite Abschnitt, wobei sich W. Schönbohm (CDU), P. Glotz (SPD), G. Westerwelle (FDP) und J. Fischer (GRÜNE) des Themas aus der Innenperspektive annehmen, und F. Steinköhler gesellschaftliche Solidarität und Freiheit als unvermindert aktuelle Maximen gewerkschaftlichen Selbstverständnisses herausstellt. Der selbstgestellte Anspruch wird schließlich durch fundierte "Analysen zu den politischen Akteuren" relativiert und ergänzt. So bleibt es nicht aus, dass hinter den parteistrategischen Linien auch Konflikte und Brüche deutlich werden. Zur nunmehr auch in den Gewerkschaften verstärkt einsetzenden Zukunftsdiskussion vgl.: Jenseits der Beschlusslage. Gewerkschaft als Zukunftswerkstatt. Hrsg. v. Jürgen Hoffmann ... Köln: Bund-Verl., 1990. 342 S. (Rezension in der der folgenden Ausgabe der PZ.) 

Aufbrüche: Die Zukunftsdiskussion in Parteien, Verbänden und Kirchen. Hrsg. v. Josef Schmid u. Heinrich Tiemann. Marburg: SP-Verl., 1990. 278 S., DM 24,80/ sFr 21,30 / öS 193,40