Unter der Leitung des Bamberger Soziologen Hans-Peter Blossfeld und finanziert vom Deutschen Forschungsministerium (BMWF) startet mit dem Nationalen Bildungspanel demnächst das größte und ehrgeizigste sozialwissenschaftliche Forschungsprojekt aller Zeiten. Der Bildungsweg von 60.000 Testpersonen, darunter 3000 Neugeborene, soll mit dem Blick auf die gesamten Lebensläufe – tastsächlich von der Wiege bis zur Bahre – langfristig von 150 Wissenschaftlern akribisch nachvollzogen werden und darüber Auskunft geben, unter welchen Bedingungen Bildungskarrieren glücken bzw. scheitern. Berücksichtigt werden dabei fünf Dimensionen: 1.) der Zusammenhang von Kompetenzentwicklung und Lebenslauf, 2.) die formellen und informellen „Lebensumwelten“, 3.) das persönliche Umfeld und die daraus resultierenden Bildungsentscheidungen, 4.) der Zusammenhang von Sprache und kultureller Identifikation sowie 5.) die so genannten „Returns“, also Auswirkungen von Bildung auf Gesundheit, Zufriedenheit und beruflichem Erfolg. In einer ersten Phase (bis 2012) ist dieses Projekt mit nicht weniger als 70 Millionen Euro dotiert. „Für das, was die Studie leisten wird, ist die nicht besonders teuer“, meint dazu Hans-Peter Blossfeld gleichermaßen gelassen wie zuversichtlich (vgl. dazu  DIE ZEIT. 2009. Nr. 16, S. 65)