Eine Fülle an Beispielen, wie Kooperation von Unternehmen zu mehr Erfolg führt, schildert Matthias Wiesmann in „Solidarwirtschaft“, viele davon aus der Schweiz, wo der Autor lebt und in Alternativwirtschaftsprojekten aktiv ist. Ob im Bereich von Netzwerken des Bio-Lebensmittelhandels, der gemeinsamen Vermarktung von Produkten, der gemeinsamen Nutzung von Transportlogistiken oder der kooperativen Produktforschung – der Autor ortet eine Zunahme von Unternehmen, die in der Zusammenarbeit wirtschaftliche Vorteile sehen. Wiesmann kritisiert in seinem als eine Art Lehrbuch gestalteten Band (das auch mit einem Glossar versehen ist) die Widersprüche des herkömmlichen Marktmodells insbesondere im Umgang mit Kapital und Boden und beschreibt Bedingungen sowie Ansätze für eine Rückkehr von der gewinnorientierten zu einer „bedürfnisgerechten“ Wirtschaft. Die Hürden, die es hierfür zu nehmen gibt, etwa den Akkumulations- und Wachstumszwang im Rendite-fixierten Kapitalismus werden dabei keineswegs geleugnet, die Hoffnungen aber in Neuansätze wie die „Gemeinwohlökonomie“ oder neuen „Erzeuger-Verbraucher-Initiativen“ gelegt.

Hans Holzinger

Wiesmann, Matthias: Solidarwirtschaft. Verantwortung als ökonomisches Prinzip. Basel: Futurum Verl., 2014. 328 S. € 24,90 [D], 30,50 [A] ISBN 978-3-85636-245-4

„Solidarwirtschaft ist kein Modell und keine Utopie, sondern sozial vernünftiges, mitverantwortliches Handeln aus der konkreten Situation heraus.“ (Wiesmann S. 274)

„Wir haben eine Marktwirtschaft, die aber nur beschränkt marktwirtschaftlich funktioniert.“ (Wiesmann S. 253)