Der Schuldenstand von weltweit über 1000 Milliarden Dollar und einseitige Einstellung des Schuldendienstes (z.B. Brasilien) zeigen, welches Ausmaß die Krise bereits angenommen hat. Die SPD-Fraktion formulierte dazu in einem Antrag an den Deutschen Bundestag Alternativen zur Lösung des Problems. Die Erfahrung aus den Tagen der Weimarer Republik zeigt, wie Deutschland durch die Schuldenbelastung geschwächt und ausgehöhlt wurde. Politische Stabilität und wirtschaftliche Entwicklung nach 1945 konnte nur durch Schuldenerlass (Londoner Schuldenabkommen von 1953) erreicht werden. Gefordert werden für die Gegenwart u.a. die Streichung der Belastung für die am wenigsten entwickelten Länder (z.B. der Sahelzone), Umschuldung durch Verlängerung der Rückzahlungsfristen, Einführung einer Zinssatzobergrenze (ggfs. auch unterhalb des jeweiligen Marktzinses), Begrenzung des Schuldendienstes auf maximal 20 % der Exporterlöse oder Wahlmöglichkeiten der Rückzahlungswährung. Als besten Weg zur Realisierung eines umfassenden Konzepts schlägt die Fraktion eine internationale Schuldenkonferenz vor. Weitere Maßnahmen wären eine Verbesserung der weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und entwicklungspolitische Strategien und als Beitrag der Gläubigerländer eine ökologisch untermauerte, sozial verträgliche Wachstumsstrategie zur Belebung des Welthandels. 

Schulden blockieren sozialen Fortschritt und politische Stabilität. In: Frankfurter Rundschau. 1987, Nr. 228'0. 2.10., S. 10