2013 erstellten Stefan Schridde und Christian Kreiß im Auftrag der Bundestagsfraktion „Bündnis 90/Die Grünen“ die viel beachtetet Studie „Geplante Obsoleszenz“. Beide haben nun Ergebnisse der Studie in Buchform vorgelegt. Stefan Schridde beschreibt in „Murks? Nein Danke“, aufbauend auf der von ihm gegründeten Homepage www.murks-nein-danke.de, anhand vieler Beispiele, wie Produkte so gestaltet werden, dass ihre Lebensdauer bewusst begrenzt, d. h. mit Ablaufdatum versehen werden: vom bekannten Fall eines Tintenstrahldruckers, der nach einer bestimmten, programmierten Zahl an Druckvorgängen seinen Geist aufgab (das Produkt wird mittlerweile so nicht mehr vertrieben) bis hin zur modernen Waschmaschine, die bedeutend länger halten würde, wenn eine robustere Trommel eingebaut würde. Aber auch Autos hätten früher –Schridde bezieht sich auf Erfahrungen von Automechanikern – bedeutend länger gehalten als heute.

Der Autor gibt wertvolle Hinweise zu einzelnen Produkten. Zudem ist das Buch gespickt mit Verweisen auf Internetseiten mit Hintergrundinformationen. Auf der bereits genannten Homepage werden Erfahrungsberichte von KonsumentInnen mit zu früh zu Bruch gegangenen Produkten sowie Hürden hinsichtlich Reparaturfreundlichkeit gesammelt. Und in einem vor kurzem gestarteten „Murkseum“ (www.murkseum.de) sollen Produkte bedenklicher Haltbarkeit ausgestellt werden. Hans Holzinger

Schridde, Stefan: Murks? Nein danke. Was wir tun können, damit die Dinge besser werden. München: oekom, 2014. 256 S., € 19,95 [D], 21,50 [A], sFr 20,80 ISBN 978-3-86581-671-9

„Der Preis eines Produktes richtet sich oft nicht nach seinen Fertigungskosten, sondern nach der vermuteten Zahlungsbereitschaft der angesprochenen Kundengruppe.“ (Stefan Schridde, S. 183)

„Dem Hersteller müssen neben seinen Informationspflichten auch Kennzeichnungspflichten auferlegt werden. Produkteigenschaften, die dessen Nutzung oder Nutzungsdauer einschränken, müssen vor Kauf ersichtlich sein.“ (Stefan Schridde, S. 186)