"Sich selbst zur Zukunft machen", nennt der Autor etwas pathetisch das zentrale Thema dieses Buches. Dies heiße konkret: "die Zukunft gestalten und so positionieren, daß daraus persönliche, berufliche und geschäftliche Vorteile erwachsen in einer Zeit, in der alles schneller, kurzlebiger und globaler wird" (S. 285). Der Band enthält durchaus interessante Ausführungen, etwa zur Notwendigkeit von Visionen bei gleichzeitiger Zielgerichtetheit des Zukunftshandelns.

Man erfährt auch so manches über Sinn und Methoden kreativen Denkens, etwa die Stärken "schöpferischer Kollektive". Dennoch bleiben die Ausführungen über weite Strecken zu allgemein, auch ist das Buch nicht gefeit vor Redundanzen, was allein sinnverwandte Kapitelüberschriften wie "Was uns kreativ macht" oder "Wie wir innovativ werden" signalisieren. Insbesondere zu hinterfragen ist aber die den Ausführungen zugrunde liegende Weltanschauung, die sich in einer penetranten Verherrlichung von Wettbewerb und Vorteilsdenken manifestiert und auch ganz offen ausgesprochen wird. So bezeichnet der Autor - er ist Vorsteher des Instituts für Verhaltenswissenschaft an der ETH Zürich - die Verbindung von Machtmotiv und Leistungsmotiv als wichtigste Komponente für Zukunftsvorhaben. Die Einfühlung in andere Menschen sei notwendig, "um das Beste aus ihnen herauszuholen" (S. 117). Flexibilität wird zum Dogma erhoben, Verpflichtungen familiärer, freizeitlicher oder finanzieller Art (vom Verfasser in dieser Reihenfolge genannt) würden "die Erträge, die Mobilität und die eigene Wettbewerbsposition in der Berufswelt herabsetzen" (S.21). Angesichts solcher Empfehlungen können auch Hinweise auf nachhaltige Entwicklung ("Fortschritt wohin und wozu?") nur mehr als Alibi für fragwürdige Wettbewerbsideologie interpretiert werden.

H. H.


Delhees, Karl H.: Zukunft bewältigen! Notwendige Fähigkeiten und Kompetenzen in einer sich wandelnden Umwelt. Bern (u. a.):Haupt, 1997. 300 S., DM 65,- /.öS 475,- / sFr 58,-