Es geht hier nicht ein weiteres Mal um Ursachen, Mechanismen und Folgen der Auslandsverschuldung der Dritten Welt, auch nicht um die Lösungsstrategien der internationalen Geldinstitute. (Dazu im Anhang einige Literaturhinweise.) Vielmehr kommen jene zu Wort, die sich gegen die Schulden und ihre Folgen, gegen Abhängigkeit, Hunger und Elend zur Wehr setzen. Zunehmend formiert sich der Widerstand gegen die Auslandsverschuldung v.a. in Lateinamerika. Die einzelnen hier wiedergegebenen Erklärungen von Politikern, Kirchenvertretern, Guerillaführern bieten einen Überblick über die wachsende Bewegung gegen die Abhängigkeit von außen. Wohin die Richtung weist, zeigen Ausschnitte aus einem Interview mit Fidel Castro, für den es »keine Alternative als die Streichung der Schulden« gibt. (Die abgedruckten Texte sind Auszüge aus Reden und Diskussionsbeiträgen der Schuldnerkonferenz von Havanna, 30.7.-3.8.1985)   Es ist höchste Zeit, bei uns das Verständnis für die »große Verweigerung« der Schuldnerländer zu wecken. Bisher hört man nur in kurzen Mitteilungen, dass dieses oder jenes Land (z.B. Mexiko) die Zinsen nicht mehr zahlen könne und wolle. Die Broschüre verdeutlicht, dass die Auflehnung gegen die bisherige Finanzpolitik aus vielfältigen Gründen zunimmt. „Im Ergebnis müssen jetzt viele Länder der Dritten Welt den größten Teil ihrer Exporterlöse dazu verwenden, die Zinsen für ihre Auslandsschulden zu bezahlen.“ (Vgl. dazu auch Nr. 182 in dieser Ausgabe) Bedenkt man das Ausmaß der Verschuldung in Lateinamerika (1985: 368 Mrd. Dollar, Zinsen 40 Mrd. Dollar), wird die prekäre 'Situation mehr als deutlich. Die Schuldzinsen sind größer als 50 % der Einnahmen aus den Exporten. Dies ist nicht zuletzt einer der Hauptgründe für das zunehmend sich verschärfende Massenelend.

Die Macht der Verschuldeten. Auf dem Weg zu einer neuen Einigungsbewegung in Lateinamerika? Mit Beitr. u, Paulo E. Arns; Zürich: Poch- Verl., 1986. 76 S.