In  „Der Geist des Geldes“  (DVD, 2008. 85 min,  € 12,90) beschäftigt sich Yorick Niess mit dem Geld- und Finanzsystem und insbesondere mit der ‚Kraft’, die das Geld in unserem Weltwirtschaftssystem zu entwickeln imstande ist. Sehr bald wird klar, dass selbst Wirtschafts- und Bankexperten kaum in der Lage sind, alle Wirkungszusammenhänge des Geld-, Finanz- und Wirtschaftssystems vollends zu beschreiben.  Die Funktion des Geldes wandelte sich Niess zufolge im Laufe seiner 3000-jährigen Geschichte vom Tauschmittel zum „Schuldendeckungsmittel“ in einer „Eigentumsgesellschaft“.

Dass Geld in der Globalisierung tendenziell von Arm zu Reich fließt und die damit zusammenhängenden Macht- und Verteilungsfragen thematisiert der Träger des Salzburger Landespreises für Zukunftsforschung 2008, Jean Ziegler, in einem Statement.

Breiten Raum widmet der Film dem Zinseffekt, der wesentlich zur Entkoppelung von Real- und Finanzwirtschaft beiträgt und den Wachstumszwang der Wirtschaft wesentlich bedingt. Als Alternative werden regionale Wirtschaftsmodelle und Regionalgeldkonzepte favorisiert, die den Zinseffekt entschärfen würden. Die Beispiele werden von renommierten Exponenten einer „alternativen Wirtschaft“ (M. Kennedy oder E. Altvater) kommentiert. Aufhorchen lässt auch die Stellungnahme des „Miterfinders“ des Euros, Bernard A. Lietaer, wonach „unser Geldsystem tendenziell Armut erzeugt.“ Lietaer sieht insbesondere in den rund 5000 bestehenden „sozialen Währungen“ eine zielführende Alternative, da sie nachweislich zur Sicherung von Arbeitsplätzen in der Region beitragen, aber auch berufsbegleitende Bildung oder Altenbetreuung positiv beeinflussen. T. H.

Yorick Niess, „Der Geist des Geldes“  (DVD, 2008. 85 min,  € 12,90)